Personalentscheidung: Wer beim ORF-Beitrag künftig für mehr Service sorgen soll
Es dürfte eine der letzten gewichtigen Personalentscheidung der aktuellen ORF-Führung unter Ingrid Thurnher sein: die neue Führung der ORF-Beitrags Service GmbH (OBS).
Seit Mitte des Vorjahres lenkt Bettina Parschalk die OBS bereits interimistisch. Deren damaliger Chef war nach einer Prüfung durch den Rechnungshof (RH) und sehr viel Kritik an der OBS-Arbeitsweise abgelöst worden.
Generaldirektorin Thurnher wird am 11. August, wenn auch das neue Direktoren-Team von Nachfolger Clemens Pig vom Stiftungsrat bestellt wird, dort einen entsprechenden Antrag stellen.
Auf Anfrage will der ORF Gerüchte, wonach Parschalk inzwischen als künftige OBS-Lenkerin fixiert sei, nicht bestätigen: „Der Bewerbungsprozess für die Geschäftsführung der OBS läuft auf Hochtouren. Derzeit finden die abschließenden Hearings statt. Der ORF informiert, sobald eine Entscheidung getroffen ist.“
Offenbar wird es noch eine Gesprächsrunde mit einem Kandidatinnen-Duo geben. Teil dessen ist Parschalk.
Kritik des Rechnungshofs
Die OBS ging mit der Einführung des ORF-Beitrags per 1. Jänner 2024 aus der GIS hervor. Sie sorgt für das wirtschaftliche Rückgrat des Öffentlich-Rechtlichen. Für 2026 stehen brutto 789 Millionen an Beiträgen im Finanzplan. Allerdings könnte die allgemeine wirtschaftliche Lage mit vielen Beitragsbefreiungen hier dämpfend wirken. Netto bleiben dem ORF ohnehin deutlich weniger.
Der Beitrag ist seit Einführung auf 15,30 Euro abgesenkt (zuvor 18,59 Euro) und soll de facto bis 2029 eingefroren bleiben. Eine Erhöhung wäre im nicht so ganz parteifernen Stiftungsrat derzeit kaum durchzubringen.
Kundendienst als Dienst am Kunden
Die OBS war lange im unruhigen Fahrwasser. Zuletzt aber kam sie aus den Negativ-Schlagzeilen. Nun werden im ORF aber Synergien gesucht , wie sie auch der neue ORF-Chef Pig anstrebt.
Parschalk ist auch operative Leiterin des an sich gut angeschriebenen ORF-Kundendienstes. Allerdings fuhr man bisher zweigleisig, was dem Service der OBS nicht gutgetan hat, wie auch der Rechnungshof in seinem im März veröffentlichten Bericht festhielt. Das könnte sich künftig ändern.
Kritisiert wurde dort auch die Kommunikation mit den Kunden (die etwa digital auch jetzt kaum stattfindet), der Umgang mit Beschwerden und Inkassoschreiben sowie der Zustand der IT-Systeme. Letzteres ist ebenfalls ein Thema für Synergien, wenn, wie es heißt, die OBS ins ORF-Zentrum am Küniglberg übersiedelt wird. In der Folge dürfte es auch zu einem Personalabbau kommen. Auch die Personalkosten hatte der Rechnungshof im Visier.
In den Griff bekommen hat man hingegen weitgehend die Verlässlichkeit der Adress-Daten, die bei der OBS inzwischen akkurater sein dürften als im Melderegister des Innenministeriums.
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