© Thomas Niedermueller/RTL/Thomas Niedermueller

Kultur Medien

Neue Doku-Serie: Menschen mit Down-Syndrom stehen mit Tim Mälzer am Herd

Fernsehkoch Tim Mälzer startet ein Restaurant-Projekt mit Menschen, die das Down-Syndrom haben – zu sehen ab Montag (20.15 Uhr) in „Zum Schwarzwälder Hirschen“.

10/23/2022, 06:00 PM

Drei Monate lang sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der neuen Doku-Serie „Zum Schwarzwälder Hirschen“ lernen, was es bedeutet, in einem Restaurantbetrieb zu arbeiten: vom Einkauf übers Kochen bis zum Service. Die 13 zusammengewürfelten Mitglieder des Teams haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben das Down-Syndrom, bzw. Trisomie 21. Wie es ihnen bei dem Projekt von Fernsehkoch Tim Mälzer erging, ist heute (Montag, 20.15 Uhr) im ersten Teil der im Sommer in Süddeutschland gedrehten Produktion bei Vox zu sehen.

Die 17-jährige Ayla-Marie ist zunächst „ein bisschen nervös“, Mälzer kennenzulernen: „Das ist natürlich ein Highlight“, sagt sie vor dem ersten Treffen. Und auch der Starkoch selbst ist aufgeregt: „Ich habe keine Ahnung, worauf ich mich da einlasse“, sagt Mälzer in der Doku. Es sei „emotional sehr anstrengend, weil ich Angst habe, etwas falsch zu machen“.

Ziel ist es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den regulären Arbeitsmarkt vorzubereiten. Die Bezeichnung „nicht ausbildungsfähig“ empfinde er als „eine Frechheit“, so Mälzer. Er ist überzeugt, dass es in seiner Branche für alle Menschen Platz gibt.

Suche nach Inklusion

Der Gastronom wird in der Doku vom deutschen Schauspieler André Dietz („Alles was zählt“) begleitet, dessen Tochter das Down-Syndrom hat. Viele Eltern hätten „Angst, dass ihre Kinder irgendwo in einer Werkstatt versauern“, sagt er.

Auch die Mutter der 18-jährigen Lara erzählt, dass sie Sorge um die Zukunft ihrer Tochter habe: „Man sucht wirklich vergebens nach Inklusion.“ Sie habe Gärtnereien und Hotels angesprochen – oft gebe es jedoch Absagen, „weil es sich die Leute einfach nicht zutrauen“.

Anders im „Schwarzwälder Hirschen“ – mit allen Herausforderungen: Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zum ersten Mal weg von zu Hause, der Abschied fällt ihnen schwer, sie brauchen einige Pausen. Ein frisch verliebtes Pärchen hat alles andere als Arbeiten im Kopf, während der junge Jan in der ersten Episode verzweifelt, weil er nicht weiß, welche Schuhe er für den Job anziehen soll. All das wird gezeigt, ohne künstlich Drama zu erzeugen.

Kein Mitleid

Er habe es als seine Aufgabe gesehen, ein Konzept zu entwickeln, das mit den Schwächen lebt, aber beim Gast wie ein echtes Restaurant ankomme, erklärt Mälzer der dpa. Dabei waren er und das Produktionsteam seiner Meinung nach zu lange zu verhalten im Umgang mit den Menschen mit Down-Syndrom. Seine späte Erkenntnis: „Sie wollen nicht bemitleidet werden. Und sie brauchen durchaus auch mal Führung. Wir haben sie in ganz vielen Bereichen zunächst unterfordert.“

Ob die weitgehend selbstständige Arbeit des Teams in Restaurant und Küche am Ende der drei Monate gelingt, lässt Mälzer offen. „Wichtig ist, dass wir uns bereit erklären, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Dass wir sowohl an uns als auch an ihnen und eben mit Menschen mit Down-Syndrom arbeiten, um dann den maximalen Erfolg zu erzielen. Und wenn wir nicht dahin kommen mit dem Restaurant, ist es trotzdem ein Erfolg, weil wir uns bewegt haben.“

Die Motivation im Team ist auf jeden Fall groß: Er träume schon sein Leben lang davon, Koch zu werden, erzählt Jan. Und Ayla Marie sagt: „Meine Eltern machen fast alles für mich, aber ich möchte auch mal mich selbst zeigen.“

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