© Screenshot: tvthek.orf.at

TV-Tagebuch
07/16/2021

Vorturner Philipp Jelinek: Erneut tränenreicher Auftritt im Fernsehen

Der Präsentator der ORF-Fitness-Show "Fit mit Philipp" ließ bei "Stöckl" nach einem Rückblick auf seine Freudentränen bei der ROMY-Übergabe erneut seinen Emotionen freien Lauf.

von Peter Temel

*Disclaimer: Das TV-Tagebuch ist eine streng subjektive Zusammenfassung des TV-Abends.*

„Weint er gleich wieder mit, der Philipp“, sagt Barbara Stöckl.

Philipp Jelinek bekam am Donnerstagabend bei der Talkshow „Stöckl“ noch einmal die fast schon legendäre Szene vorgespielt, als er live in seiner ORF-Sendung „Fit mit Philipp“ von Andi Knoll die ROMY überreicht bekam. Und der „Vorturner der Nation“, der damals schon Freudentränen vergoss, war bei diesem Anblick erneut sehr gerührt. Es flossen wieder Tränen.

Stöckl führt diesen „besonders emotionalen Moment“ darauf zurück, dass es für ihn ein richtiger Kindheitstraum war, einmal ins Fernsehen zu kommen.

Die ROMY sehe er als Belohnung dafür, dass er wie Sylvester Stallone in den „Rocky“-Filmen immer an sich geglaubt habe. „Ich glaub‘, ich könnt‘ immer wieder plärren“, sagt er.

 

Nah am Wasser gebaut

Stöckl: „Bist du nah am Wasser gebaut?“

„Ja. Viele glauben mir das ja gar nicht“, antwortet Jelinek.

„Extrem cool, es ist super, wenn Männer weinen können“, sagt Bestsellerautor Bernhard Aichner.

Er lebe Höhen und Tiefen immer ziemlich stark aus, erzählt Jelinek, der auch nicht verheimlicht, mit Therapien „diese Wellen ein bisschen geglättet“ zu haben.

Sein Motto „Jedes Training zählt“ gilt offenbar auch für Therapien. „Macht’s das, es tut euch einfach gut“, rät der Motivator den Zusehern. Aber man müsse wissen, dass auch die Aufarbeitung der (familiären) Vergangenheit viel Kraft benötige.

Die aktuelle Reaktion auf die ROMY-Übergabe ist hier ab Minute 9:00 zusehen.

"Wieder eine Echtheit"

Schon mit der Oma habe er im Gemeindebau trainiert, erzählt Jelinek. „Die Oma war eine Kämpferin“, sagt er, sie sei sehr sportlich gewesen, eine Handballerin. 

Die Oma habe sich am Rollator bewegt, er habe sie angefeuert: "Geht scho, kumm!"

Jelinek berichtet von seinen ersten Moderationen in der Diskothek, dann seien Autoverlosungen gekommen, Privatradio in den Neunzigern, erste Fernsehgeschichten. Der Einblick ins Leben zeigt auch: Jelinek hat vieles ausprobiert, als Matratzenvertreter, Bauarbeiter, Fließbandarbeiter, auch als Briefträger gearbeitet.

„I werd' immer der Donaufelder und Floridsdorfer Bua bleiben“, sagt er. „Jetzt, wo wir von so viel Fake überschwemmt werden, freuen sich die Leute, wieder eine Echtheit zu haben.“

"Mama Putz" singt Jazz

Das Gesicht von Cécile Nordegg ist schon wesentlich länger dem ganz großen Fernsehpublikum bekannt. Sie spielt von Beginn an die Mama Putz in der bekannten Fernsehwerbung. Zumeist werde sie auf der Straße nicht als solche erkannt, erzählt sie. Sieben Tage im Jahr würde an den Spots gedreht, und das war’s dann wieder. Leben könne man davon allein also nicht. Die Schauspielerin lebt in Wien und Paris und hat ein Faible für französisch gesungene Musik, die sie als Jazzsängerin auslebt.

Als sportliche Betätigung könne sie Schwimmen aufweisen. „Ich tauche ins Wasser ein sozusagen“, sagt Nordegg. In ihrer sehr kunstaffinen Familie – ihr Vater Sepp Nordegg erfand 1954 die vielkopierte Drehzylinderbühne des Burgtheaters – lernte sie auch illustre Persönlichkeiten wie Schauspiellegende Oskar Werner oder den Philosophen Friedrich Heer kennen. Letzterer half auch bei den Schularbeiten, „wo ich dann immer Fünfer bekommen hab‘“. Einmal hieß es sogar: „Das Kind muss drogenabhängig sein.“

Jelinek fragt sich: „Was hat der geschrieben?“

Es sei "sehr schön" gewesen, aber eben nicht "schuladäquat", berichtet Nordegg amüsiert.

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Einmal Tsunami und zurück

Bernhard Aichner nennt seine Fans „Schnuckis“, aus Dankbarkeit dafür, dass sie seinen Erfolg begründen. Derzeit wird sein Krimi „Die Totenfrau“ von ORF und Netflix für ein weltweites Publikum verfilmt.

Der Tod habe ihn schon früh fasziniert, berichtet Aichner. Dass früher die Verstorbenen im Haus aufgebahrt wurden, sieht er als Zeichen dafür, dass „der Tod als Teil des Lebens“ aufgefasst wird. Das gehe mehr und mehr verloren. Als neunjähriger Ministrant habe er beobachtet, dass einmal ein Sarg von der Kutsche gefallen ist und „die Leiche herausgekugelt“ ist.

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Den Tsunami in Thailand von 2004 hat Aichner selbst in Khao Lak miterlebt. Damals habe noch keiner gewusst, was ein Tsunami ist. Als das Wasser immer höher stieg, habe er gedacht: „Jetzt geht die Welt unter“.  Jahrelang habe er vom Wasser geträumt, erzählt Aichner. Auch in seinen Büchern versucht er dieses Erlebnis zu verarbeiten.

Flucht im Kleinkindalter

Ein Trauma gibt es auch in der Familie Bećirović aufzuarbeiten, die Flucht der bosnischen Familie vor dem Jugoslawienkrieg im Jahr 1992. Aus den damals noch acht Monate alten Zwillingsschwestern Mirnesa und Mirneta, die im niederösterreichischen Pressbaum aufwuchsen, wurden Polizistinnen und schließlich achtfache Weltmeisterinnen in der Kampfsportart Jiu Jitsu. „Vergangenheit ist Vergangenheit“, sagt Mirneta, die Eltern leben damit, aber sie würden in der Gegenwart leben.

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„Diese Wunden ziehen sich heute ein bisschen durch die Sendung“, sagt Stöckl.

Und aufmerksame Leser haben vielleicht gemerkt, dass sich auch einige Erzählungen und Metaphern zum Thema Wasser darunter befanden.

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland dürfte bei der Aufzeichnung noch nicht in ihrem unglaublich tragischen Ausmaß bekannt gewesen sein.

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