Uli Bree

© Kurier / Gilbert Novy

Kultur Medien
12/28/2021

Autor Brée: Sein Lindenberg-"Tatort" wurde "verbuckt"

Der Schöpfer von Erfolgsserien wie "Vorstadtweiber" und von Figuren wie Bibi Fellner sieht für sich das Thema "Tatort" als erledigt.

von Peter Temel

Oberflächlich betrachtet sah das aus wie ein weiterer Meilenstein in der Karriere des Uli Brée. Der Schöpfer von ORF-Erfolgsserien wie „Vier Frauen und ein Todesfall“ und „Vorstadtweiber“, schrieb für den NDR den großen Weihnachts-„Tatort“. Der Krimi „Alles kommt zurück“ führte Göttingen-Ermittlerin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) mit Panikrocker Udo Lindenberg in Hamburg zusammen.

Das „Tatort“-Special im Ersten schlug am Sonntag in Deutschland mit 22,1 Prozent Markanteil immerhin das „Traumschiff“ auf ZDF, wenngleich die 6,72 Millionen Zuschauer weit unter „Tatort“-Münster-Dimensionen liegen. In Österreich schalteten immerhin 270.000 Zuschauer die ARD ein.

Ende der "Tatort"-Zeit

Brée, der aus Nordrhein-Westfalen stammt, seit vielen Jahren in Österreich lebt und arbeitet, scheint aber nun die Lust auf „Tatort“ verloren zu haben. In einem KURIER-Gespräch über die kommende letzte „Vorstadtweiber“-Staffel (ab 10. Jänner) sagte Brée: „Ich glaube, dass sich meine ‚Tatort‘-Zeit nun dem Ende zugeneigt hat. Ich finde andere Stoffe inzwischen spannender.“

In diesem Jahr erschien zum Beispiel der erste Brée-Roman „Du wirst mich töten“ (Amalthea) über die „Vorstadtweiber“-Figur Tabata Goldstaub. Für den ORF hat er eine neue Serie mit dem Titel „Biester“ entwickelt.

Hamburg-"Tatort"? "Nicht wirklich ein Brée"

Konkret wollte Brée im Vorfeld zum NDR-„Tatort“, bei dem Detlev Buck Regie geführt hat, nicht Stellung nehmen. Er sei in dieser Hinsicht auch vertraglich gebunden, erklärte Brée. Aber er sagte: „Verwenden wir die schöne Formulierung: Detlev Buck hat es in Reinkultur verbuckt. Es ist ein durch und durch echter Detlev Buck, aber es ist nicht wirklich ein Brée.“

Die Zusammenarbeit mit Maria Furtwängler, die diesmal auch mitproduzierte, lobte Brée allerdings. Er konnte den deutschen Schauspielstar dann auch zu einer Gastrolle in seiner neuen Serie "Aus die Maus" für ServusTV überreden.

Die Kritiken zu Furtwänglers neuem Lindholm-„Tatort“ waren allerdings verhalten bis unterirdisch. Während die Süddeutsche Zeitung das Drehbuch bemängelte („Uli Brées Vorlage funkelt nicht.“), zerriss der Spiegel (1 Trostpunkt von 10) die Umsetzung in der Luft: „Eierlikör-Exzess beim Dreh? Dieser ‚Tatort‘ wirkt, als hätten die Verantwortlichen einen Filmriss gehabt.“

Auch kein Österreich-"Tatort" mehr

Brée hatte sich bereits vor diesen Bewertungen gedanklich vom „Tatort“ verabschiedet. Er bestätigte auch, dass er auch keine österreichischen Tatorte mehr schreiben möchte. Der Grund? „Da hat’s einfach Konflikte mit der Redaktion und mit der Produktion gegeben“, sagte Brée.

Der Drehbuchautor entwickelte die Figur der Bibi Fellner (Adele Neuhauser) für die ORF-Produktionen der Krimi-Reihe. Sieben Österreich-„Tatorte“ hat Brée seit 2011 geschrieben. Nun dürfte dieses Kapitel beendet sein.

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