© Amazon Studios

Streaming-Kritik
11/18/2021

"Das Rad der Zeit": Rosamund Pike sucht einen Drachen

Bei Amazon startet eine neues Fantasy-Abenteuer.

von Nina Oberbucher

Seit „Game of Thrones“ 2019 zu Ende gegangen ist, versucht sich die Serienwelt an einem Nachfolger. Amazon Prime Video schickt heute, Freitag, einen neuen Kandidaten ins Rennen: „Das Rad der Zeit“ (auf Englisch: „Wheel of Time“), basierend auf der gleichnamigen Romanreihe von Robert Jordan. Genügend Inspirationsmaterial ist vorhanden: Stolze 14 Bücher umfasst die Reihe.

Angesiedelt ist die Serie in einer mittelalterlichen Fantasiewelt, in der Frauen übernatürliche Fähigkeiten haben und Männern der Umgang mit Magie verboten wurde – sie hatten damit in der Vergangenheit ziemlich daneben gehaut.

Eine dieser Frauen ist Moiraine, eine geheimnisvolle Rosamund Pike mit dem obligatorischen Fantasy-Look, bestehend aus langem Haar und wallendem Umhang. Mit ihrem wortkargen Leibwächter Lan (Daniel Henney) zieht sie zu Pferd durch die spektakuläre Landschaft. Dann kommt noch mehr Landschaft – die Drohnen-Aufnahmen haben es den Machern offenbar angetan.

Moiraine und Lan sind auf der Suche nach dem wiedergeborenen Drachen, der die Menschheit entweder vernichten oder retten soll.

Wer jetzt auf Feuer speiende Flugsaurier hofft, muss an dieser Stelle enttäuscht werden: Der Drache ist ein Mensch und zwar einer oder eine von mehreren Jugendlichen aus einem entlegenen Dorf. Das haben auch böse Mächte herausgefunden und so machen die sogenannten Trollocs Jagd auf sie – grausige Kreaturen auf zwei Beinen, die jeden Krampus wie ein Kuscheltier erscheinen lassen.

Ähnlichkeiten zum eingangs erwähnten „Game of Thrones“, aber auch zu „Herr der Ringe“ oder „The Witcher“ sind nicht von der Hand zu weisen. Das wird Genre-Liebhaber zufriedenstellen, wirkt aber gleichzeitig wenig einfallsreich. Amazon glaubt jedenfalls an das Potenzial seiner neuen Serie und hat bereits eine zweite Staffel in Auftrag gegeben.

Die ersten drei Episoden, die vorab zu sehen waren, haben ihre guten Momente – man würde sich aber etwas mehr Selbstironie und weniger Ernsthaftigkeit wünschen: Während der Minnesänger bei „The Witcher“ mit seinen witzigen Aussagen auffiel, möchte man seinem Pendant in der Amazon-Serie am liebsten ein Taschentuch reichen. 

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