Das Traumpaar der High Society: Daphne Bridgerton (Phoebe Dynevor, li.) und der Duke of Hastings (Regé-Jean Page) in der neuen Netflix-Serie "Bridgerton" von "Grey's Anatomy"-Schöpferin Shonda Rhimes

© LIAM DANIEL/NETFLIX

Kritik
12/25/2020

"Bridgerton" auf Netflix: Ein bonbonfarbenes Kostümvergnügen

Die neue Serie „Bridgerton“ ist trotz der banalen Ausgangslage eine unterhaltsame Realitätsflucht.

von Nina Oberbucher

Mit einem beachtlichen Deal hat „Grey’s Anatomy“-Schöpferin Shonda Rhimes vor ein paar Jahren für Aufsehen gesorgt. US-Medien schreiben von 100 bis 150 Millionen Dollar, die Streamingriese Netflix für sie locker machen ließ. Das erste Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist nun zu sehen: „Bridgerton“ nennt sich die neue achtteilige Serie, die Rhimes als Produzentin verantwortet hat, und die ab Freitag (25. Dezember) bei Netflix verfügbar ist – mit jeder Menge Drama, Romantik und nackter Haut.

Angesiedelt ist die Handlung im England des 19. Jahrhunderts, zu Beginn der neuen Ballsaison, in der die Mütter der oberen Schichten alles daran setzen, ihre Töchter unter reputable Hauben zu bringen. Da werden die pompösesten Kleider ausgepackt und die raffiniertesten Frisuren gezaubert, doch es nützt alles nichts: Daphne Bridgerton (Phoebe Dynevor) stellt sie alle in den Schatten. Sogar die sonst so begeisterungsresistente Queen ist hingerissen von der jungen Frau. Ein Umstand, der Phoebe natürlich einen Vorteil am Heiratsmarkt verschafft. Und als sie eines Tages in den ebenso begehrten Duke of Hastings (Regé-Jean Page) stolpert, könnte eigentlich alles perfekt sein (ist es natürlich nicht).

Dass ordentlich Heiraten und Kinderkriegen hier die einzigen Ziele einer Frau sind, ist mehr als deutlich. Druck und Unterdrückung werden angesprochen, ein Ausbrechen aus diesen Strukturen ist aber auch in der Serienrealität schwer möglich.

Positiv zu erwähnen ist die Diversität in der Besetzung: Die Queen, der Duke und viele andere sind hier of Color, zwischen Schwarzen und Weißen herrscht Gleichberechtigung. Das gilt natürlich auch für die Kommentare von Lady Whistledown.

Geheime Chronistin

Lady Whistledown, das ist jene geheimnisvolle Chronistin, die ihre scharfen Beobachtungen aus der High Society per Druckwerk unter die tratschenden Leute bringt. Ihre Urteile sind gefürchtet, ihre Identität unbekannt – sowohl für die Menschen in „Bridgerton“ als auch für die Zuseher. Ein für Spannung sorgender Ratekniff, den man so ähnlich bereits aus „Gossip Girl“ kennt, und der sich gelungen einfügt. Wie vieles in dieser Serie. Trotz der erst mal recht banalen Ausgangslage entwickelt „Bridgerton“ eine nicht zu leugnende Sogwirkung. Vielleicht liegt es an der bonbonfarbenen Hochglanz-Kulisse oder an der romantischen Verträumtheit der Protagonisten, dass „Bridgerton“ genau die richtige Realitätsflucht für die Feiertage zu sein scheint. Netflix dürfte mit Rhimes jedenfalls einen guten Deal eingegangen zu sein.

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