Ein rätselhafter Fall bei „Ungelöst – Cold Case Austria“ auf ATV (20.15): Aeryn Gillern verschwand 2007 in Wien  

© Kathryn Gilleran

Kultur Medien
04/10/2021

ATV startet „Ungelöst – Cold Case Austria“, ServusTV und ORF folgen

True Crime boomt. Drei österreichische Sender arbeiten an Formaten. Darunter ist die Rückkehr von "Aktenzeichen XY ... ungelöst"

Aufgeben ist keine Option, auch nicht nach Jahren. Wenn in einem Kriminalfall nach einiger Zeit sämtliche Spuren verfolgt wurden und Hergang und Täter ungeklärt blieben, spricht man von „Cold Cases“.

ATV öffnet nun mit „Ungelöst – Cold Case Austria“ (20.15) im Zusammenspiel mit den Behörden wieder solche rätselhaft gebliebenen Fälle. Zum Auftakt geht es um das spurlose Verschwinden der Niederösterreicherin Jennifer Scharinger 2018, um den Tod der Vorarlbergerin Gloria Albrecht im gleichen Jahr sowie um den US-Amerikaner Aeryn Gillern, der 2007 aus einer Sauna geflüchtet und in den Wiener Donaukanal gesprungen sein soll.

„Wir wissen bis dato nicht, wo Aeryn Gillern tatsächlich verblieben ist“, sagt Kurt Linzer, Leiter der Cold-Case-Abteilung BKA. (Hinweise sind erbeten an bundeskriminalamt@bmi.gv.at oder Telefon 01/24836-985025).

Formate-Boom

True-Crime-Formate boomen – als Podcasts (preisgekrönt etwa „Dunkle Spuren“ des KURIER), auf Streaming-Plattformen und als Pay-TV (z. B. Sky Crime) und jetzt auch wieder verstärkt im linearen Fernsehen. In Österreich allein sind auf drei Sendern Formate neu am Start bzw. in Vorbereitung.

„Wir haben bereits im Jahr 2018 im Zuge von ,ATV – Die Reportage‘ das Thema ,Vermisst‘ gebracht. Nachdem dieses bei den Zusehern sehr gut angekommen ist, haben wir uns dazu entschlossen, eine mehrteilige Serie zu produzieren“, erzählt ATV-Geschäftsführer Thomas Gruber über die Entstehung von „Ungelöst – Cold Case Austria“. Für ihn ist der True-Crime-Boom keine bloße Modeerscheinung.

„Menschen interessieren sich doch seit jeher für Spurensuche, Rätsel oder Detektivgeschichten. Angefangen von Sherlock Holmes bis zu den heutigen Crime-Serien haben sich doch solche Geschichten immer großer Beliebtheit erfreut. Unerklärliches zu lösen, ist ja auch tief im Menschen verankert und zudem üben diese True-Crime-Formate, bei aller Dramatik für Opfer und Angehörige, auch eine besondere Faszination aus“, meint Gruber.

Fahndung läuft bald

Auch bei ServusTV und beim ORF ist man am Konzipieren. Der Salzburger Privatsender wird bereits im Mai „Fahndung Österreich“ starten. Heuer sollen noch vier von Info-Chef Hans Martin Paar moderierte Ausgaben in der Primetime zu sehen sein. Jede Live-Sendung präsentiert in Zusammenarbeit mit Bundes- und Landeskriminalämtern sowie Ministerien und Staatsanwaltschaften bis zu sechs bis dato ungelöste Kriminalfälle. Intendant Ferdinand Wegscheider: „Für ServusTV ist es doppelt erfreulich, sowohl sein Programmangebot mit einem spannenden neuen Format zu erweitern, als auch – in enger Zusammenarbeit mit dem Innenministerium – die Verbrechensbekämpfung in Österreich zu unterstützen.“

Beim ORF ist man noch am Rechnen, ob sich ein Comeback ausgeht. ORF2-Channel-Chef Alexander Hofer betont: „,Aktenzeichen XY‘ ungelöst ist weiter als Projekt ein großes Thema. Vorbehaltlich der Finanzierung ist es das Ziel, das Original wieder ins Programm von ORF2 zu heben und in der Ausbaustufe auch Österreich-Specials zu produzieren. Wir wissen aus Gesprächen, dass vonseiten der Polizei und des Bundeskriminalamtes eine Zusammenarbeit mit den Öffentlich-Rechtlichen aufgrund von Seriosität und Reichweite – und damit Wirkung – grundsätzlich sehr positiv gesehen wird.“

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