Anna Netrebko mit prominentem Auftritt in Salzburg

© APA/AFP/YURI KADOBNOV

Klassik
01/06/2017

Klassikjahr 2017: Wettstreit der Allerbesten

Viel Neues in Salzburg und bei den Wiener Festwochen, Topstars aber allerorten.

von Peter Jarolin

Das Klassikjahr 2017 könnte den Beweis erbringen: Alles bleibt besser. Zumindest die Salzburger Festspiele wollen dies nach dem dreijährigen Interregnum von Sven-Eric Bechtolf heuer unter Beweis stellen. Denn mit Markus Hinterhäuser ist ein neuer Intendant am Ruder, der mit spektakulären Opernprojekten aufwarten kann und den bekannten "Festspielgedanken" neu denken will.

Und so gilt die erste Premiere der neuen Intendanz Mozarts "La clemenza di Tito". Peter Sellars führt Regie; der oft als "Überflieger" titulierte Teodor Currentzis leitet dabei sein Ensemble Music Aeterna. Spannend auch die zweite Premiere: Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mzensk" in der Regie von Andreas Kriegenburg, vor allem aber mit Mariss Jansons am Pult der Wiener Philharmoniker und mit Nina Stemme in der Titelpartie.

Gipfeltreffen

Dazu kommen Alban Bergs "Wozzeck" in der Regie des Bildenden Künstlers William Kentridge mit Matthias Goerne in der Titelrolle und Vladimir Jurowski am Pult der Wiener. Franz Welser-Möst leitet noch Aribert Reimanns "King Lear" mit Gerald Finley als König; Regie führt der schon vielfach prämierte Simon Stone. Zu einem Gipfeltreffen der Superstars kommt es bei Verdis "Aida". Anna Netrebko gibt als Aida ihr Rollendebüt, Riccardo Muti dirigiert endlich wieder Oper in Österreich, und Shirin Neshat führt Regie.

Netrebko ist auch bei der nächsten Premiere an der Wiener Staatsoper zu erleben, als Leonora in Verdis "Il Trovatore" in der Inszenierung von Daniele Abbado. Für einige Aufregung dürfte am Ring die Neuinterpretation von Wagners "Parsifal" (Christopher Ventris) durch den politisch erzreaktionären Alvis Hermanis sorgen. Seymon Bychkov dirigiert.

Für eine Aufregung der anderen Art garantiert Jonathan Meese, der bei den Wiener Festwochen ebenfalls einen "Parsifal", aber hier eine Neuvertonung von Bernhard Lang, in Szene setzen wird. Sonst ist noch nicht viel vom Festwochen-Programm des neuen Chefs Tomas Zierhofer-Kin bekannt, der als Nachfolger von Markus Hinterhäuser aber "ganz andere Festwochen" propagiert.

Ihren erfolgreichen Linien treu bleiben hingegen das Theater an der Wien und die Volksoper. An der Wien gibt es Purcells "Fairy Queen", "Peer Gynt" von Werner Egk, Rossinis "Eliabetta, Regina D´inghilterra" sowie die "Elegie für junge Liebende" von Hans Werner Henze. Am Gürtel setzt man auf Korngolds "Wunder der Heliane", Loessers Musical "Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen", Catalanis "La Wally" und das Musical "Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit" von Christian Kolonovits. Hochkarätiges erlebt man auch in den Bundesländern, bei den Bregenzer Festspielen, beim Musikfestival Grafenegg sowie in vielen Konzertsälen.

Eine wichtige kulturpolitische Entscheidung – mit Bogdan Roščić gibt es ja einen designierten Staatsopernchef – steht auch an: Wer folgt Roland Geyer 2020 im Theater an der Wien nach?

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.