© Alexi Pelekanos

St. Pölten
03/17/2013

Jung, frech, sexy und brutal: Medea

Kritik. Lanoyes "Mamma Medea" beeindruckt im Landestheater Niederösterreich.

von Peter Jarolin

Was wie eine Teenager-Romanze beginnt, endet tödlich. Da trifft die blutjunge und lebenshungrige Medea den smarten Griechen Jason, gewinnt ihm das Goldene Vlies, gibt ihm alles, was sie hat, und folgt ihm in seine Heimat. Und Jason? Der lässt Medea sitzen, will seine Kinder aber behalten und droht der „Fremden“ mit Abschiebung, weil er sich eine neue Frau ausgesucht hat. Medea wird daraufhin zur Mörderin, Jason zu ihrem Mittäter.

Man kann den „Medea“-Mythos ganz heutig und schnörkellos erzählen: Der flämische Autor Tom Lanoye zeigt es in seinem Drama „Mamma Medea“. Und das Landestheater Niederösterreich zeigt es in seiner gelungenen Neuproduktion.

Theater-Ereignis

Philipp Hauß hat kundig und geradlinig inszeniert; Martin Schepers hat die spartanische Bühne, Lane Schäfer die zeitlosen Kostüme beigesteuert. Ein bisschen Musik von Tom Jones bis zu Billie Holiday und Björk sowie grandiose Darsteller – fertig ist das Theater-Ereignis.

Ja, ein Ereignis! Denn Franziska Hackl ist eine Medea von selten erlebter Intensität, von unfassbarer Wandlungsfähigkeit, der man als Zuschauer unwillkürlich verfällt. Eine bis in die kleinste Geste grandiose Schauspielerin, die ein starkes Ensemble an ihrer Seite hat.

Moritz Vierboom als opportunistischer Jason führt es gut an: Vor allem Pascal Groß, Lisa Weidenmüller sowie Christine Jirku bleiben nachhaltig in Erinnerung.

KURIER-Wertung: ***** von *****

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