Kultur
09/15/2012

Die Callas: Sie war, ist und bleibt unerreicht

Am 16. September 1977 starb Maria Callas. Zu ihrem 35. Todestag gedenkt ORF III der "Primadonna assoluta".

von Peter Jarolin

Als "Kerze, die an beiden Enden brennt", so hat die große Ingeborg Bachmann sie einmal charakterisiert. Und tatsächlich: Bei ihr gab es nichts Halbes, Mittelmäßiges, Routiniertes. Wenn Maria Callas die Bühne betrat, dann war alles da: Liebe, Hass, Leidenschaft, Komik oder Verzweiflung. Denn die Primadonna assoluta hat Opern nie einfach gesungen; sie hat sie immer physisch gelebt. Und die Stimme der Callas war: betörend, unverwechselbar, einzigartig, unvergleichlich.

Die Göttliche

Wie sehr "La divina" (die Göttliche) zu be-und verzaubern wusste, davon kann man sich am Sonntag, auf ORF III ein Bild machen. Barbara Rett präsentiert im Rahmen der Reihe "Erlebnis Bühne" die Ausnahmekünstlerin. Den Anfang macht um 18.30 Uhr das Porträt "Maria Callas Assoluta", das Einblicke in das künstlerische wie private Leben der Callas gewährt.

Vom pummeligen "hässlichen Entlein" zum strahlenden Superstar der Opern,-und der Society-Welt. Die kurze Ehe mit Giovanni Battista Meneghini, den sie für den griechischen Multimilliardär Aristoteles Onassis verließ, der seinerseits Jacky Kennedy heiratete und die Callas brach. Die großen Triumphe und Katastrophen auf der Bühne, zuletzt die Einsamkeit in ihrer Pariser Wohnung – das Leben der Callas war hollywoodreif.

Auf die Doku folgt um 20.15 Uhr (Wiederholung: 22. September, 11.45 Uhr) der Spielfilm "Medea" von Pier Paolo Pasolini mit Callas (nicht singend) in der Titelrolle. Als die Callas 1969 bereits ernsthafte Stimm­krisen durchlebte, kam ihr Pasolinis Angebot gerade recht. Immerhin hatte sie die Medea auch auf der Bühne oft verkörpert. Der Film aber wurde trotz einer fantastischen Callas, einer grandiosen Regie und einer starken Besetzung zu einem Superflop; heute genießt Pasolinis Meisterwerk Kultstatus.

Ab 22.05 Uhr ist die Callas auf der Bühne zu erleben. Ihr legendäres Galakonzert aus Paris im Jahr 1958 und ein spätes Recital (London 1965) illustrieren die vokale Vielseitigkeit der Operndiva.

Callas ist hier mit Arien aus Puccinis "Gianni Schicci", Bellinis "La Sonnambula" und vor allem mit der berühmten Arie "Casta diva" aus Bellinis "Norma" zu erleben. Eine Partie, die vor allem mit der Callas assoziiert wird. Denn hier, aber nicht nur hier, hat die Callas Maßstäbe gesetzt. Viele von ihnen sind bis heute unerreicht.

Callas: Zwischen Triumph und Tragik

Leben Maria Callas (eigentlich: Maria Anna Sofia Cecilia Kalogeropoulous) wurde 1923 in New York City geboren. Den Höhepunkt ihrer Karriere als Opernsängerin erreichte sie in den 1950er-Jahren. Sie gilt als bedeutendste Opernsängerin aller Zeiten und starb am 16. September 1977 in Paris.

Wirkung Terence McNally schrieb das Callas-Stück "Masterclass"; auch Filme (z. B.: "Callas Forever") gibt es.

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