© Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Kritik
06/22/2020

Juan Diego Flórez: Doch wieder große Oper im Haus am Ring

Nach Camilla Nylund kam Juan Diego Flórez in die Wiener Staatsoper (Von Susanne Zobl).

Da dachte man, große Oper sei in Zeiten der Pandemie-bedingten Sicherheitsmaßnahmen nicht möglich, dann aber kam Juan Diego Flórez. Direktor Dominique Meyer hatte für die letzten Wochen seiner Amtszeit an der Wiener Staatsoper kurzfristig ein exzellentes Programm für den nur reduziert möglichen Betrieb – die Vorstellungen können nur vor dem Eisernen Vorhang und vor 100 Besuchern stattfinden – konzipiert.

Hochkarätig

Konzerte des Ensembles changieren mit hochkarätig besetzten Liederabenden, wie jenem von Camilla Nylund, die kongenial begleitet von Helmut Deutsch ihren prächtigen Sopran mit Liedern von Jean Sibelius, Richard Strauss und Robert Schumanns Zyklus „Frauenliebe und -leben“ hören ließ.

Zum Fest für wirkliche Oper und seine einzigartige Stimme ließ Juan Diego Flórez seinen Abend im Haus am Ring werden. Den Auftakt gab er mit Gioachino Rossini, seinem Kernrepertoire. Präzise ziselierte er dessen „Bolero“ aus „La pietra del paragone“. Die beiden Arien aus „I Capuleti e i Montecchi“ von Vincenzo Bellini waren Bilderbuch-Belcanto in makelloser Brillanz.

Farbenprächtig

Seine Spitzentöne ließ Flórez in prächtigen Farben glänzen, mit seiner faszinierenden Gestaltungskunst machte er jedes Bühnenbild obsolet. Exzellent wechselte er mit den Sprachen die Klangfarben seiner Stimme, verwandelte sich in Jules Massenets „Werther“ und sang expressiv das „Pourquoi me reveiller“.

In der ersten Spielzeit der Direktion von Bogdan Rošcic wird Flórez sein Rollendebüt als Gounods Faust geben. Mit dem fulminant intonierten „Salut, demeure chaste et pur“ ließ er hören, dass er im französischen Fach auf einem aufregenden Weg ist. Cécile Restier, die auch als Solistin zwischen den Arien überzeugte, war ihm stets eine famose Begleiterin.

Zum Feuerwerk an Emotionen geriet der Zugabenteil. Zu „Cielito lindo“ und einem musikalischen Gruß an seine Heimat Peru, begleitete er sich selbst auf der Gitarre.

Beim abschließenden „Nessun dorma“ war Flórez wieder ganz der klassische fulminante Tenorissmo. Die Ovationen wollten nicht enden.

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