Franz Stanzl (li.) und Martin Strecha-Derkics sind Gebrüder Moped.

© ERNESTO GELLES

Kultur
03/03/2020

Gebrüder Moped über Trottelfabriken im Internet

Kritik zur „Gebrüder Moped Show“, die am Montagabend im Kabarett Niedermair Premiere feierte.

von Marco Weise

Es gibt einen Meister in Sachen Alternativfakten. Donald Trump, der mit dem „Eichkatzerl am Kopf“, hat das falsche Spiel mit der Wahrheit perfektioniert. In Sachen Fake News kann das heimische Kabarett-Duo Gebrüder Moped dem US-Präsidenten aber durchaus das Wasser reichen – mit einem wesentlichen Unterschied: Trump meint es ernst, die Gebrüder satirisch.

 

„Alternative Fakten sind wie Apfelstrudel: selbst gemacht eben doch am besten“, heißt es dazu bei der Premiere ihres neuen Programms am Montagabend im Kabarett Niedermair. „Die Gebrüder Moped Show“ (Regie: Klaus Eckel) ist eine Art Best-of ihrer über Monate perfektionierten Gags, die mit einer neuen, nachdenklichen Schlagseite sowie Tagesaktuellem (Coronavirus, eh klar) ausgestattet wurde. Und mit Gags kennen sich Franz Stanzl und Martin Strecha-Derkics alias Gebrüder Moped aus. Denn sie schreiben nicht nur für ihre eigenen Programme Witze, sondern arbeiten auch als Autoren für „Willkommen Österreich“.

Im ersten Teil der Show generieren sie noch recht ungeniert aus Fakten und Fakes Pointen, drehen die Realität mit via TV-Gerät eingespielten Schlagzeilen zweier heimischer Gratiszeitungen durch den Fleischwolf. Neben der Ibiza-FPÖ und Kanzler Kurz bekommen auch die Grünen, die sich nun in einer „Mitte-Rechts-Regierung“ befinden, ihr Fett ab. Abgeschoben werde neuerdings nicht mehr mit dem Flugzeug, sondern mit dem Lastenfahrrad. Der war gut.

Nach der Pause sitzen sich die Gebrüder selbstreflektierend gegenüber. Auf der einen Seite der nachhaltig denkende Veganer mit Zukunftsängsten (Strecha-Derkics), auf der anderen der arrogante Weltuntergangsfanatiker (Stanzl). Ein Streitgespräch über Trottelfabriken im Internet – mit einem Gewinner: dem Publikum.

INFO: Im März jeden Montag im Kabarett Niedermair (19.30).