Joesi Prokopetz im Programm "Die Schöpfung. Eine Beschwerde"

© Monika Löff

Kabarett-Kritik
03/13/2013

Es „menschelt“ nicht, es „trottelt“ zum „Volksmundgeruch“

Joesi Prokopetz solo: „Die Schöpfung. Eine Beschwerde“.

von Werner Rosenberger

Kaum ist ein Österreicher g’scheit, ist er schon ein Trottel auch.“ Von der Tonalität her ist das sprachlich fein geschliffene Programm „Die Schöpfung. Eine Beschwerde“ auf Nestroy gestimmt: Ein sympathisches Lamento auf einen großen Pfusch – die Schöpfungsgeschichte. Denn warum nur bekommt man von zu viel Fett eine Gallenkolik, aber von zuviel Blödheit nicht Kopfweh? Warum ist alles, was ein bisschen Freude macht, peinlich? Den denkenden Menschen, gibt’s den? „Ja. Oder doch eher nein“, sagt Joesi Prokopetz und stellt mit Sarkasmus fest: „Jede Dummheit findet einen, der sie macht.“

Er beschwert sich über das Ablaufdatum der eigenen Existenz, den „Österreicher, der nix versteht, aber alles erklären kann“, die Depperten und die Frühkindlichanalphasengestörten unter uns Trockennasenaffen, den „Volksmundgeruch“, idiotische Wortschöpfungen wie „Langlebigkeitsrisiko“ und darüber, dass es zwar nur eine Gesundheit gibt, aber tausende Krankheiten. Es „menschelt“ nicht für den Kabarettisten, es „trottelt“. Mancher Witz ist billig. „Aber in der Euro-Krise muss gespart werden, wurscht was es kostet.“

Wenn der Hausverstand sagt „Billa“, sagt der Kontostand „Hofer“. So „löffeln wir die Suppe aus, die uns andere eingebrockt haben, bis uns der Löffel abgenommen wird“. Und lachen mit Prokopetz derweil herzhaft über uns selber.

KURIER-Wertung: **** von *****

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