© Ruth Walz/Salzburger Festspiele

Sommernachtstraum
08/04/2013

Eine heiße Nacht mit Schaumbad

Kritik: Shakespeares "Sommernachtstraum" mit Mendelssohn Bartholdys Musik in Salzburg.

von Guido Tartarotti

Der einzige große Einwand, den man gegen diesen Abend vorbringen muss, hat nicht direkt mit der Inszenierung zu tun: Er hat keine Pause.

Man will ja nicht kleinlich sein, aber: Wenn im Programm steht „2 1/2 Stunden – keine Pause“, dann schluckt man schon ein wenig. Dauert das Stück dann aber in Wahrheit fast drei Stunden, die man auf sehr gesäßunfreundlichen, weil harten Sitzbänken im glühend heißen Hof der Salzburger Residenz verbringt, ohne die Chance, etwas zu trinken bzw. das Gegenteil zu tun – dann fühlt man sich in seinen Menschenrechten doch ziemlich eingeschränkt.

Viel mehr gibt es hier nicht zu raunzen. Regisseur Henry Mason inszeniert einen sommerlich leichten, aber niemals lauen „Sommernachtstraum“: Klassisches Sommertheater, allerdings auf höchstem Niveau.

Eindrücke aus dem "Sommernachtstraum"

SALZBURGER FESTSPIELE 2013: FOTOPROBE "EIN SOMMERN

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SALZBURGER FESTSPIELE 2013: FOTOPROBE "EIN SOMMERN

SALZBURGER FESTSPIELE 2013: FOTOPROBE "EIN SOMMERN

Unbewusstes

In Shakespeares genialer Komödie begeben sich vier junge Menschen und mit ihnen die Zuschauer ins Land des Unbewussten, in den klassischen Wald der Märchen, wo Geister sie mit ihren Wünschen und Ängsten konfrontieren und die Grenze zwischen Traum und Realität nicht mehr auszumachen ist.

Eine Nacht lang ist nichts unmöglich, auch nicht, dass eine Elfenkönigin einen zum Esel mutierten Handwerker liebt, – bis am Ende die Ordnung in Form einer Dreifachhochzeit wiederhergestellt wird. Doch, wer weiß, vielleicht träumen wir ja auch diese Ordnung nur?

Henry Mason hat Shakespeares Text neu übersetzt, seine Fassung hat Charme und Witz, entgeht aber manchmal der Kalauer-Gefahr nur knapp.

Blubbern

Seine Inszenierung betont das Zauberhafte des Textes und ignoriert seine Bedrohlichkeit weitgehend, was man bedauern kann, aber nicht muss. Dazu fallen ihm allerliebste Bilder ein – etwa das Schaumbad von Elfenkönigin und Esel, bei dem die Elfen mit überdimensionalen Strohröhren für das richtige Blubbern sorgen.

Das Abgründige, Erotische der Träume wird in sehr schönen Tanz-Sequenzen (Choreografie: Francesc Abós) angedeutet: Personen gehen, wie im Traum üblich, ineinander über, Identitäten verschwimmen.

Das zusammengewürfelte Ensemble schlägt sich sehr gut. Markus Meyer ist als boshafter Elf Puck der perfekte Spielleiter. Er spielt diese berühmte Rolle virtuos, wie einen kleinen Hund, der ständig Unsinn anstellt, dem man aber nicht böse sein kann, wenn er treuherzig den Kopf schief legt.

Michael Rotschopf (Theseus/Oberon) und Karoline Eichhorn (Hippolyta/Titania) sind als Menschen-/Elfenpaar großartig, sehr abgründig und vielgesichtig. Tanja Raunig (Hermia), Eva Maria Sommersberg (Helena), Daniel Jeroma (Lysander) und Claudius von Stolzmann (Demetrius) spielen die vier jungen Menschen in Liebeswirren exakt so, wie man es erwartet.

Slapstick

Herrlich gelingen die Rüpelszenen, die Handwerker Paul Herwig (Zettel), Raphael Clamer (Peter Squenz), Christian Graf (Flaut), Barbara Spitz (Schnauz), Mathias Schlung (Schnock) und Reinhold G. Moritz (Schlucker) legen bei der Theater-im-Theater-Szene zum Schluss derart entfesselten Slapstick hin, dass man schon sehr abgebrüht sein müsste, um sich da nicht die Schenkel blau zu klopfen.

Das Besondere dieser Inszenierung ist, dass sie Shakespeares Text mit der gut 250 Jahre später dazu komponierten „Bühnenmusik“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zusammenführt. Diese ist krass romantisch, bietet eine schwelgerische Ouvertüre sowie einen echten Hit (den berühmten „Hochzeitsmarsch“), bremst aber stellenweise die Handlung mehr, als sie sie vorantreibt. Ivor Bolton und das Mozarteumorchester Salzburg musizieren sommerlich-genießerisch. Glänzen kann das Vocalensemble. Stark: Die Solisten Chiara Skerath und Sophie Rennert (Gesang) sowie Joaquin Fernández und Luke Giacomin (Tanz).

Jubel und viele Bravos.

Fazit

Stück
Shakespeares virtuose Komödie führt ins Land der Träume, des Unbewussten, der verdrängten Wünsche. Dazu kommt eine krass komische Rahmenhandlung.

Musik
Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte eine schwelgerisch-romantische „Schauspielmusik“. Der „Hochzeitsmarsch“ ist weltberühmt, vor allem Hochzeiten in England und den USA kommen nicht ohne ihn aus.

Inszenierung
Sommerlich zauberhaft, nicht allzu abgründig.

Spiel, Tanz, Gesang, Dirigat
Gelungen, leichtfüßig, verspielt.

KURIER-Wertung: **** von *****

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