Kultur
05.03.2013

Wowereit und Hasselhoff schalten sich ein

Klaus Wowereit, Bürgermeister von Berlin, will den Abriss der East Side Gallery ebenso verhindern wie David Hasselhoff.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) koordiniert ab sofort den Fortgang der Arbeiten an der East Side Gallery. "Wir haben eine Verantwortung, uns der Historie bewusst zu sein und die Mauer zu erhalten", sagte Wowereit am Dienstag in Berlin vor Journalisten. Er will einen Abriss von Teilen des längsten verbliebenen Mauerstücks in der einst geteilten Stadt verhindern: "Es geht darum, eine schonende Lösung für die East Side Gallery zu finden", sagte Wowereit.

Am Freitag vergangener Woche war es zu Abrissarbeiten gekommen, um einen 23 Meter breiten Zugang zu einem Grundstück an der Spree zu schaffen. Diese hatten massiveProteste ausgelöst. Der Bauherr hatte daraufhin die Arbeiten zunächst bis zum 18. Märzausgesetzt.

Bezirk und Senat "auf Linie bringen"

Zunächst will Wowereit den für die East Side Gallery zuständigen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den Senat "auf Linie bringen", wie er sagte. Anschließend soll mit den Investoren geredet werden. Bis wann eine Lösung vorliegt, wollte Wowereit nicht sagen. Das bereits herausgenommene Mauerstück solle aber wieder in die East Side Gallery eingefügt werden. "Ich denke, das ist technisch möglich", sagte Wowereit.

Bilder der East Side Gallery

Abriss der Berliner Mauer-Galerie vorerst gestoppt

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Tourists look at mural on the East Side Gallery in

Ein Teil der sogenannten East Side Galerie ist am …

A worker removes the clamp of a crane after removi

GERMANY BERLIN WALL

GERMANY BERLIN WALL

GERMANY BERLIN WALL

Police keep watch as workers remove segments of th

German police struggles with a protestor as they p…

GERMANY BERLIN WALL

50 Jahre Mauerbau - Unterschiede werden kleiner

Unidentified tourists are seen through a hole in r

GERMANY BERLIN WALL

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Klaus Wowereit

Two tourists stroll in front of Berlin's East side

Unidentified tourists pose for a picture in front

TOURISTS PASS SEGMENTS OF THE BERLIN WALL

A mural is pictured at 'East Side Gallery' in Ber

Tourists walk past the East Side Gallery in Berlin

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A CYCLIST PASSES A RESTORED PAINTING AT THE BERLIN

Berliner East Side Gallery in neuem Glanz

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Tourists walk in front of a segment of the graffit

Woman passes segment of the East Side Gallery in

Germany Wall Today

Trabant cars of the sightseeing company 'Trabi Saf…

GERMANY BERLIN WALL

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Berliner East Side Gallery in neuem Glanz

David Hasselhoff kämpft mit

David Hasselhoff hat sich in den Streit um die East Side Gallery in Berlin eingeschaltet. Der US-Schauspieler, der Anfang der 90er Jahre in Deutschland auch als Sänger erfolgreich war, zeigte sich am Montag im Online-Kurznachrichtendienst Twitter bestürzt über die Abrissarbeiten am längsten erhaltenen Mauerstück in Berlin. "Wie kann man die Mauer niederreißen, die für Freiheit, Beharrlichkeit und menschliche Opfer steht?", fragte Hasselhoff.

Hasselhoff brachte 1989 seinen Song "Looking for Freedom" heraus, den die Deutschen im Freudentaumel nach dem Mauerfall als Ode an die Freiheit interpretierten. Das Lied stand acht Wochen auf Platz eins der deutschen Hitparade. Hasselhoff hatte in der Sylvesternacht 1989 eine denkwürdigen Auftritt vor dem Brandenburger Tor, als er seinen Hit in einer blinkenden Lederjacke vor hunderttausenden Menschen zum Besten gab.

Hasselhoff kündigte via Twitter an, die Petition gegen den Abriss unterzeichnen zu wollen. "Wo unterschreibe ich?", fragte der 60-Jährige. Bekannt wurde der Schauspieler als Bademeister in der Serie "Baywatch" und als Fahrer des sprechenden Sportwagens K.I.T.T. in "Knight Rider". Nach dem Aus für "Baywatch" im Jahr 2001 ging es mit seiner Karriere abwärts. Hasselhoff machte mit persönlichen Problemen und Alkoholeskapaden Schlagzeilen, schien sich zuletzt aber wieder gefangen zu haben.

Info East Side Gallery

Die East Side Gallery ist eine der größten Touristenattraktionen Berlins. Der Mauerabschnitt wurde seit 1990 von Künstlern mit großformatigen Wandbildern bemalt. Um einen Zugang zu einem neuen Wohnhaus hinter der Mauer zu schaffen, sollten 22 Meter der Mauer abgetragen werden. Nach massiven Protesten wurden die Bauarbeiten aber zunächst gestoppt - und zwar für mindestens zwei Wochen.