Kultur
07.12.2018

Dorian Concept: Ein legaler Grenzgänger zwischen Jazz und Electronica

Der österreichische Sound-Innovator Dorian Concept präsentiert sein neues Album „The Nature of Imitation“.

Dorian Concept ist ein Sammler. Angetan haben es ihm analoge Synthesizer, wie der Micro Korg einer ist. Der 34-jährige Wiener, der eigentlich Oliver Johnson heißt, besitzt aber nicht nur einen Fuhrpark dieser elektronischen Klangerzeuger, sondern bespielt diese dann auch regelmäßig und konsequent – mit voller Härte. Und prüft sie dabei gerne auf Herz und Nieren. Was er dabei alles aus den Schaltkreisen dieser Geräte rausholen kann, verblüfft oftmals sogar die Hersteller.

Mit diesem Talent hat sich Dorian Concept aber nicht nur den Ruf als Innovator eklektischer Clubmusik gesichert, sondern mit seiner seit mehr als zehn Jahren veröffentlichten Musik. Nach diversen Singles und EPs auf dem Wiener Label Affine Records und Liveshows, bei denen er mit flinken Fingern an den Synthesizern freejazzte, brachte ihm das vor allem im Ausland viele Bewunderer ein.

 

Spätestens nach seinem 2014 veröffentlichten Debütalbum „Joined Ends“ wurde er auch hierzulande wahrgenommen. Schnell mussten Zuschreibungen wie „Wunderkind“, „autodidaktischer Multiinstrumentalist“, „Nerd am Synthesizer“, „elektronischer Kammermusiker“ herhalten, um sein Können, sein unglaubliches Gespür für Melodien und Rhythmen auf den Punkt zu bringen. Seither zählt Dorian Concept zu einem der erfolgreichsten Elektroniker des Landes, was er mit seinem neuen, unlängst veröffentlichten Longplayer „The Nature of Imitation“ eindrucksvoll unterstreicht.

Blick in die Zukunft

Entstanden ist das Album in seinem Studio im 5. Wiener Gemeindebezirk. Im Gegensatz zu „Joined Ends“ wollt er diesmal weniger schaumgebremst die Synthesizer hochfahren. „Ich habe mir vorgenommen, mehr in die Tiefe zu gehen, mehr Schwung reinbringen.“ Es ist ein bewusst gesetzter Schritt zurück zum Dancefloor. Dabei stand folgende Frage im Vordergrund: „Wie voll kann man etwas klingen lassen, ohne dass es lärmend klingt“. Dieser akademische Zugang zur Musik ist Teil von Dorian Concepts Output. Er zwingt sich stets dazu, nach neuen Sounds zu forschen.

Und: Er ist für „The Nature of Imitation“ auch fündig geworden. Seine elf neuen, rein instrumental gehaltenen Stücke sind ein Versuch „zu schauen, wie man ähnlich klingende Sachen unterschiedlich darstellen, also imitieren kann.“ Daher speist sich auch der Titel seines neuen Werks, das für Concept einen Blick in die Zukunft macht. „Es ist meine Idee davon, wie sie Popmusik in den nächsten Jahren entwickeln könnte.“

Geht es nach ihm, klingt sie detailreich, euphorisch und überladen, aber ohne zu überfordern. Klar auszumachen sind auch wieder seine musikalische Vorlieben, die von Funk, Jazz, Hip-Hop über gerade angesagte Clubmusik bis hin zu Videospielsounds reichen. Mehr Aufmerksamkeit als bislang hat er heiteren wie poppigen Elementen zukommen lassen, was den neuen Songs ausgezeichnet steht.

INFO: Dorian Concept präsentiert heute, Freitag, im Rahmen einer speziellen Liveshow sein neues Album. Support: Wandl. Ab 22.30 Uhr im Gartenbaukino.