Hubert von Goisern: Doku über seine Ausnahmekarriere (1. Mai, 23.05 Uhr, ORF2)

© ORF/OrF

TV-Premiere
04/30/2016

Hubert von Goisern: Die "Quetschn" hat überlebt

TV-Premiere für die Doku "Brenna tuat’s scho lang" über den Musiker Hubert von Goisern.

von Peter Temel

Auf ihn kann man die Beschreibung Ausnahmekünstler bedenkenlos anwenden: Nie ließ sich Hubert von Goisern – bürgerlich: Hubert Achleitner – auf eine Musikrichtung festlegen. Und wenn er diese Gefahr witterte, zog er sich eine Zeit lang zurück, um mit völlig neuen Einflüssen wieder zurückzukehren.

Marcus H. Rosenmüller, bayerischer Spezialist für moderne Heimatfilme ("Wer früher stirbt, ist länger tot"), hat im Vorjahr eine Doku vorgelegt, die zeigt, unter welchen Bedingungen sein weit verästeltes Werk zwischen Neuer Volks- und Weltmusik entstehen konnte.

Dafür gab es den für eine Musikdoku beachtlichen siebenten Platz unter den meistbesuchten österreichischen Kinofilmen des Jahres 2015 – und erst vor zwei Wochen den Akademie-ROMY-Preis für die beste Kino-Doku. Am 1. Mai folgt die Fernsehpremiere in ORF 2 (23.05 Uhr).

Kampf mit Harmonika

Der Film beginnt mit den konfliktreichen Anfängen in Bad Goisern , wo der Jungmusiker aus einer der sieben Blaskapellen flog und einmal im Rausch die Ziehharmonika seines Großvaters zerstören wollte. Dabei entdeckte er erst den "geilen" Klang der "Quetschn" für sich.

"Die Steirische war für viele Leute, nicht nur für mich, der Inbegriff des Tümelnden und Ewiggestrigen," sagte von Goisern beim Kinostart im KURIER-Interview. Mittlerweile hat er sich längst mit dem Traditionsinstrument zusammengestritten und entlockte der Steirischen im jüngsten Album "Federn" gar den Blues.

Die Doku zeigt den Durchbruch mit den "Alpinkatzen" 1992, die überraschende Auflösung der Band, die darauf folgenden Reisen nach Tibet und Afrika, weiters die Linz-Europa-Donauschifffahrt, bis zum erneuten Riesenerfolg mit dem Hit "Brenna tuat’s guat" von 2011. In selten gezeigten Archivaufnahmen und Gesprächen mit Wegbegleitern kommt Rosenmüller einem Künstler sehr nahe, der davor nur privat über seine Vergangenheit reflektiert hat.

Entschleunigend wirken die Szenen, in denen der Musiker am Hallstätter See mit einer Zille dahinschippert und seine Sicht der Dinge schildert. Beim Fischen erklärt er, wie man das Leben auf produktive Weise "verschwenden" kann. Von Goisern: "Diese Stille am See, die dem Rosi als Gegengewicht zu den dynamischen Live-Aufnahmen eingefallen ist, hat mich überzeugt."

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