© Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Kultur
02/20/2020

So wird die Balletteinlage für den Opernball

Eno Peci choreografierte die Eröffnungseinlage des Wiener Staatsballetts – auftreten wird auch sein Chef.

von Silvia Kargl

Alle Augen sind bei der Eröffnung des Wiener Opernballs seit Jahrzehnten auf das Ballettensemble gerichtet. Der Beitrag des Wiener Staatsballetts ist einer der Höhepunkte der Eröffnung, verstehen es die Tänzerinnen und Tänzer doch besonders gut, das Publikum in der Oper sowie vor den TV-Geräten zu Hause mit einer beschwingten und künstlerisch überzeugenden Einlage in die Atmosphäre des Balls zu führen. Was so leicht und spritzig scheint, bedarf jedoch monatelanger Vorbereitungsarbeiten.

2020 choreografierte Eno Peci, seit 20 Jahren Mitglied des Wiener Staatsballetts und seit 2009 Solotänzer, zum zweiten Mal nach 2018 die Balletteinlage. Eine gute Wahl, ist Peci doch ein besonders musikalischer Choreograf, der neben Wien unter anderem schon in Moskau und in seiner Heimatstadt Tirana Ballette schuf.

Abendblätter

Den Walzer „Abendblätter“ von Jacques Offenbach hat er selbst ausgesucht: „Ich kenne natürlich den Strauß-Walzer ,Morgenblätter‘, aber für den Abend denke ich, dass ,Abendblätter‘ gut passen. Beide wurden beim Concordia-Ball 1864 in Wien aufgeführt. Die Musik ist sehr elegant, schwungvoll und wird für viele neu sein!“

Zudem ist sie eine Referenz für die Zusammenführung der Wiener mit der Pariser Balletttradition, für die Ballettdirektor Manuel Legris sorgt. Der ehemalige Étoile (Erster Solotänzer) der Pariser Oper ist von Rudolf Nurejew entdeckt und gefördert worden. Auch das ist eine Verbindung zur Staatsoper, in der Nurejew oft auftrat und Ballettklassiker einstudierte.

Der Chef am Parkett

Peci schließt an diese Tradition des klassischen Balletts an und hat den „Abendblätter“-Walzer für 55 Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts sowie für die Studierenden der Ballettakademie der Wiener Staatsoper choreografiert, eine der größten Besetzungen, die es bei der Eröffnung des Opernballs je gab.

Darunter sind nicht nur nahezu alle Ersten Solistinnen und Erste Solisten, Halbsolistinnen, Halbsolisten und das Corps de ballet, sondern auch deren und Pecis Chef: An seinem letzten Opernball wird Ballettdirektor Manuel Legris mit seinem Ensemble auftreten (er folgt Staatsoperndirektor Dominique Meyer Ende des Jahres an die Mailänder Scala). Wie ist es für Peci, während der Proben der Chef seines Direktors zu sein? „Es ist schon etwas seltsam, aber wir nehmen das ganz locker!“

Debüt eines Publikumslieblings

Peci wird in seiner Choreografie keine Geschichten erzählen, „aber ich möchte zeigen, dass die Wiener Ball-Tradition auch Manuel Legris und uns alle begeistert. Und ich möchte vermitteln, wie sehr er das Niveau des Balletts in Wien gesteigert hat.“ Am Ende wird es eine Schlusspose geben, die alle Mitwirkenden vereint, ein Bild mit Anklängen an die großen Tanzspektakel in der Pariser Oper, das symbolhaft für die im Juni endende Ära Legris an der Wiener Staatsoper stehen wird.

Zudem wird ein Publikumsliebling ein Debüt feiern. Zum ersten Mal wird die seit 2007 engagierte Solotänzerin Rebecca Horner als Mitglied des Wiener Staatsballetts bei der Eröffnung mittanzen. Erfahrung hat sie jedoch schon als Schülerin der Ballettschule sammeln können, „vor 20 Jahren war ich unter Renato Zanella zum ersten Mal dabei, dann noch einmal, und beide Male war ich aufgrund des Bubenmangels im Frack zu sehen.“ Sie betont den Stellenwert der Balletteinlage für alle Beteiligten: „Das ganze Haus putzt sich auf, und es ist etwas ganz Besonderes am Ball mitwirken zu dürfen!“

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