© Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Kritik
05/21/2021

"A Suite of Dances" an der Staatsoper: Getanzte Dialoge

Das Wiener Staatsballett meldet sich nach langer Pause erfolgreich zurück.

von Silvia Kargl

Mit der Premiere von „A Suite of Dances“ feierte das Wiener Staatsballett sein Comeback nach einer Pause von mehr als einem halben Jahr, einem dramaturgisch schlüssigen Ballettabend unter der musikalischen Leitung von Hausdebütant Benjamin Pope.

Spürbare Nervosität

Ursprünglich zwischen Ballettklassikern und zeitgenössischem Tanz als Abend der Neoklassik innerhalb der Saison konzipiert, kommt er nun ohne diese tanzhistorische Einbettung ins Repertoire, vermag aber aufgrund seiner choreografischen Kraft dennoch zu überzeugen. Dass die Tänzerinnen und Tänzer zwar trainierten und probten, aber nicht vor Publikum tanzen durften, ist vor allem in der Nervosität beim Corps de Ballet zu spüren. Dennoch ein starker und sehenswerter Ballettabend.

Jerome Robbins’ „Glass Pieces“ wurde von Jean-Pierre Frohlich neu einstudiert. Die Choreografie für eine Gruppe und Solisten entstand zu Kompositionen von Philip Glass. Alltagsbewegungen konterkarieren mit dem artifiziellen Tanz. Das farbenfrohe, höchst aktive Leben auf der Bühne wirkt im Frühjahr 2021 nahezu surreal, wie auch ein zauberhafter Pas de deux mit Nina Poláková und Roman Lazik.

Intim getanzter Dialog

George Balanchines „Duo Concertant“ zur Komposition von Igor Strawinsky ist eigentlich ein Quartett, in dem Balanchine ein Tänzerpaar auf ein Musikerpaar treffen lässt. Fast schon genial, wie Balanchine die Musik in den Tanz überführt, wie viel Ausdruck er in die Bewegung zu legen wusste. Liudmila Konovalova und Masayu Kimoto brillieren im virtuosen Tanz, während Cécile Restier am Klavier und Fedor Rudin musikalisch glänzen.

Robbins „A Suite of Dances“ ist ein intim getanzter Dialog mit einer Cellistin, die Musik aus Suiten aus Johann Sebastian Bachs interpretiert. Davide Dato zeigt, dass er dieser so fein gesponnenen wie diffizilen Choreografie eine eigene Note verleiht, im guten Zusammenspiel mit der Cellistin Ditta Rohrmann.

Für einen humorvollen Abschluss sorgt Robbins „The Concert“, in dem die Tänzerinnen und Tänzer in die Rolle des Publikums während eines Klavierabends schlüpfen, mit viel Ironie und vor allem Liebe zum Tanz.

KURIER-Wertung: ****

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