Kolumnen
07/21/2022

Wir Frauen

Wenn es beim Fußball gegen Deutschland geht, lebt das Wir-Gefühl.

von Guido Tartarotti

Donnerstagabend  waren alle Österreicher Frauen. (Dieser Satz ist möglicherweise sarkastisch gemeint.) Frauenfußball gut zu finden, gilt ja im „woke“-Milieu derzeit als erste Bürgerpflicht. Auf Twitter bekunden selbst Menschen, die Fußball sonst großräumig umfahren, höchstes Interesse an Spielen wie Schweden gegen Belgien. Die ORF-Einschaltquoten grundeln dennoch (bei Spielen ohne österreichische Beteiligung) bei knapp mehr als 200.000. Schade, denn die Spiele sind wirklich gut.

Bei Österreich gegen Deutschland dürfte dagegen die Million fallen. Nichts interessiert uns Österreicher im Sport so sehr wie die Möglichkeit (MÖGLICHKEIT!, denn dabei blieb es), den Deutschen wehzutun. Ein 17. Platz gewinnt plötzlich ungeheuer an Wert, wenn die Deutschen auf Rang 18 liegen. Deshalb wird auch ein eher unwichtiges Spiel wie Córdoba (Österreich war schon  ausgeschieden) zum nationalen Weltkulturerbe ernannt.

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