Nahosterfriede

Der "Ostgipfel" sollte möglichst rasch zu einem Ostfriedensabkommen führen nicht erst 7-Jahres-Inzidenzen vergleichen.
Birgit Braunrath

Birgit Braunrath

Ob für die dringend benötigte Konfliktlösung zum Thema Corona-Maßnahmen der Titel Ostgipfel gut gewählt war? Eher nein. Denn rein assoziativ liegt Ostgipfel zu nah bei Nahostgipfel – und damit am Gipfel des Scheiterns. Drei Jahrzehnte können sich Wien, Niederösterreich, Burgenland und der Bund nicht Zeit lassen, um ihren Ostkonflikt auszutragen und 7-Jahres-Inzidenzen zu vergleichen.

Aber Sprache ist nicht immer gut gewählt. So meldete etwa der Teletext am Dienstag auf Seite 138: „Intensivpatienten werden jünger“. Wenn man jetzt also auf der Intensivstation den Alterungsprozess stoppen (und dort sogar jünger werden!) kann, ist klar, dass kein Ostgipfel der Welt eine Überlastung der Intensivstationen verhindern wird können.

Und die Austria Presse Agentur meldet: „Papst verzichtet auf Kreuzweg.“ Wer also bisher glaubte, Verzicht sei eine Art Gegenentwurf zu Genuss, Völlerei und Maßlosigkeit, der wird eines Besseren belehrt: Man kann offenbar auch auf seinen persönlichen Kreuzweg verzichten ... Oder auf den schwelenden Ostkonflikt – zugunsten eines ostösterreichischen Nahosterfriedens.

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