© Braunrath, Birgit

Beagle Daria

Flatterhafte Zuneigung

Schwanenliebe auf den zweiten Blick. Sympathie ist ein Vogerl. Und manchmal hat sie einen Vogel.

von Birgit Braunrath

10/04/2021, 08:56 PM

Die Sympathie ist ein Vogerl, ein ziemlich Flatterhaftes. Ich verstehe lÀngst nicht mehr, welche entgegenkommenden Hunde Daria sympathisch findet und welche sie zerfleischen will. Inzwischen glaube ich ja, die Sympathie hat einen Vogel, und keinen kleinen ...

Man könnte annehmen, dass man seinen Hund mit den Jahren immer besser kennenlernt. Aber was Darias Sympathien fĂŒr andere Tiere angeht, wird sie mir mit der Zeit immer unheimlicher. Es ist fĂŒr mich lĂ€ngst nicht  mehr von Weitem abschĂ€tzbar, welchen Hund sie beschnuppern und welchen sie verbellen wird.

Das entscheidet sich, fĂŒr das menschliche Auge (und Ohr) erkennbar, erst bei der unmittelbaren GegenĂŒberstellung, was auf schmalen Gehsteigen zu unerfreulichen Begegnungen fĂŒhren kann. Ich habe dafĂŒr zwei mögliche ErklĂ€rungen: 1. Daria hat ĂŒber die Jahre bemerkt, dass ich die Gehsteigseite wechsle, sobald sich ihr Nackenhaar strĂ€ubt und ihr Körper verspannt, damit sie den Gegner nicht verbellen kann. 2. Sie wird im Alter so seh-, hör- und riechschwach, dass sie erst aus unmittelbarer NĂ€he erkennt, ob sie ein anderes Tier riechen kann.

Der pubertierende Schwan

Im Urlaub sorgte das fĂŒr einige Verwirrung. Eine Kuh, die uns zuerst friedlich gesonnen zu sein schien, fĂŒhlte sich plötzlich von Daria so provoziert, dass sie beschloss, den Hund und mich mit je einem ihrer Hörner im Galopp aufzuspießen (nur dank eines Elektroweidezauns gibt es uns noch). Als ich daraufhin um eine andere Kuh hinter einem Holzgatter einen großen Bogen machen wollte, stellte sich heraus, dass sich Hund und Kuh zueinander hingezogen fĂŒhlten und unterm Gatter liebevoll die Schnauzen zusammenstecken wollten.

Den jungen Schwan, der eines Tages, als wir am Seeufer entlangspazierten, neben uns herschwamm, bemerkte ich kaum – bis er plötzlich fauchte wie eine mordlĂŒsterne Katze. Ich erschrak und flĂŒsterte Daria zu, was ich ĂŒber Begegnungen mit angriffslustigen SchwĂ€nen weiß: „Nicht wegrennen! Mach dich grĂ¶ĂŸer! Beug dich vor! Fauche zurĂŒck!“ Sie tat nichts dergleichen, ignorierte den pubertierenden Vogel und ging gelangweilt weiter. Als wir das Tier am nĂ€chsten Tag wieder sahen, blickten Schwan und Daria einander freundlich an. Und ich dachte nur: Die haben einen Vogel.

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