Kolumnen
04/07/2019

Cupfinalisten chancenlos gegen ROMY-Preisträger

TV-Vergleich: Marcel Hirscher schlägt sie alle.

von Wolfgang Winheim

1,970 Millionen ORF-Seher beim Schladminger Nachtslalom. Wenn nicht abseits des Sports Epochales passiert, bleibt diese Einschaltziffer heuer unerreicht. Gewonnen hat im Jänner 2019 – wie schon 2013 bei der WM auf der Planai – Marcel Hirscher. Der Doppel-Olympiasieger, der siebenfache Weltmeister, der inzwischen achtfache Weltcup-Sieger.

Die Pokale sind in der Annaberger Filiale seines Sponsors ausgestellt. Im gegenüber der Raiffeisenkasse gelegenen unscheinbaren Elternhaus Marcels, wo er mit seinem jüngeren Bruder Leon aufwuchs, müsste man dazubauen, um alle Trophäen unterzubringen. Jetzt kommt auch eine ROMY dazu.

An Hirscher wird die Auszeichnung am Samstag in der Hofburg überreicht.Er erhält die ROMY nicht wegen seiner Rolle als Seriensieger und Quotenkönig. Sondern auch als Anerkennung für sein Verhalten vor Mikrofonen.

Weil er ähnlich schlagfertig wie früher Hermann Maier zu antworten weiß. Und zugleich so fair wie sein Vorbild Benjamin Raich reagiert, der stets auch die Gegner zu würdigen wusste. Und weil Hirscher authentisch bleibt. Eine Eigenschaft, die vielen Fußballstars abhandengekommen ist.

Sollte an diesem Wochenende ein Spieler vier Mal treffen, wird er garantiert sagen, dass ihm seine vier Tore nicht so viel bedeuten, sondern ihn allein der Mannschaftserfolg freue. Obwohl jeder Mikrofonträger weiß, dass er angelogen wird.

Einerseits sind Medien selbst mitschuld , weil überall Lippenleser lauern, die in jede unbedachte Äußerung einen Skandal hineininterpretieren. Andererseits erziehen die Klubs ihre Spieler mit aalglatter Konzernsprache zur Phrasendrescherei bis hin zur Unehrlichkeit.

Im Skizirkus, in dem es ungleich amikaler zugeht, nerven eher die inflationären Zielrauminterviews, zumal die vor dem zweiten Durchgang oft in den Worten „Wer ma schau’n, dann seh’n ma eh“ gipfeln. Ein Motto, dem sich – und jetzt erfolgt wieder der Querpass zum Fußball – vorerst auch die Entscheidungsträger bezüglich des Cup-Finales Rapid – Salzburg bedienen. Laut Veranstalter ÖFB findet es im feinen, aber kleinen Austria-Stadion statt. Was sowohl Austria-Radikalinskis als auch Rapid-Ultras aggressiv macht.

Der ORF wird am 1.Mai das Finale, in dem Didi Kübauers Rapidler gegen die Elf von (Noch-)Salzburg-Trainer Marco Rose auch auf Wiener Boden Außenseiter sind, live übertragen. Ohne Erwartung eines Quotenrekordes à la Hirscher, aber in der Hoffnung auf Vernunft. Somit kann der Austragungsorts aus Sicherheitsgründen nur das große, weite Happel-Stadion sein. Andernfalls drohen am Tag der Arbeit kostenintensive Überstunden. Seitens der Polizei.

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