© Birgit Braunrath

Kolumnen
10/06/2019

Danke für die Ratschläge

Der Maßmaulkorb ist leider unanbringbar, weil er gar nicht passt, wenn Daria ihr Maul aufreißt

von Birgit Braunrath

Danke für all die netten, besorgten, liebevollen Genesungswünsche! Zweieinhalb Wochen nach einem lebensbedrohlichen Darmverschluss ist Daria wieder ganz die Alte, besser gesagt: ganz die Junge, denn sie springt so hoch und tobt so wild mit den anderen Hunden, als wäre der Herbst ihr zweiter Frühling.

Danke übrigens auch für all die guten und gut gemeinten Ratschläge. Den Tipp mit dem Sauerkraut geben wir – wegen des großen Erfolgs – gerne weiter: Falls auch Sie einen vierbeinigen Müllschlucker haben und dieser unbemerkt irgendwo Knochen frisst, worauf sich sein Darm in einen mit Steinen gefüllten Luftballon verwandelt: Sauerkraut hilft (zumindest nach den akuten Erst-, Zweit- und Dritthilfemaßnahmen in der Tierklinik):

Die langen Fäden des Krauts spinnen kleine Knochensplitter perfekt ein und verhindern so, dass die Darmwände perforiert werden. Und der hohe Gehalt an Ballaststoffen und Milchsäurebakterien tut dem malträtierten Darm gut. Bleibt nur die Frage: „Und wie, bitte, frisst das dein Hund? Im Fall von Daria: Ganz einfach mit Lichtgeschwindigkeit im Zuge der Futteraufnahme. In solchen Fällen ist es ausnahmsweise von Vorteil, dass der Beagle eine Panne der Schöpfung ist: ohne eingebautes Sättigungsgefühl dafür mit Appetit auf alles, was Gott (oder der Tierarzt) verboten hat.

Maulkorb nach Maß

Damit sind wir auch schon beim Tipp mit dem Maulkorb: Danke. Gute Idee. Haben wir. Einen äußerst schicken in Orange, farblich abgestimmt auf Darias Fell. Maßanfertigung. Er schmückt den Hundeleinenständer im Vorzimmer ungemein, den Hund hingegen eher selten.

Daria hat rasch herausgefunden, wie sie ihn abnimmt, um alles zu fressen, was ihr unterwegs unter die Schnauze kommt. Und danke auch für den Tipp, dass man diese Maulkörbe mit 9-mm-Stirnriemen nachrüsten kann. Wir wissen das, sind aber optisch nicht überzeugt von dieser, zugegeben pragmatischen, Lösung, mit der der Hund aussieht wie ein gefährliches Raubtier auf Freigang.

Daria glaubt ja, dass wir den „Maulkorb“ so nennen, weil sie mault, sobald er in ihre Nähe kommt, ihn dann rasch abmontiert und das Maul so weit aufreißt, dass er nicht mehr draufpasst.