Eva Lucia Grieser, Therese Affolter, Birgit Stöger, Anne Kultbatzki in "Frau verschwindet (Versionen)"

Eva Lucia Grieser, Therese Affolter, Birgit Stöger, Anne Kultbatzki in "Frau verschwindet (Versionen)"

© Bettina Frenzel

Kiku
10/28/2020

Vom Verschwinden und Suchen (nach) einer Frau

Vier Frauen fantasieren und philosophieren in "Frau verschwindet" (Versionen) über eine abwesende Frau – oder sich selber – im Theater Kosmos.

von Heinz Wagner

Eine große blaue Stufenpyramide. Das heißt wir sehen drei Seiten davon. 15 Stufen, alle hart, nur die oberste, die große flache Ebene scheint weich. Aus ihr schauen weibliche Körperteile raus. Aber sind die echt. Oder handelt es sich um Puppen? Ganz hinten die Metallbögen einer Leiter wie aus einem Schwimmbecken.

Die Körper beginnen sich zu bewegen. Tatsächlich verharren während des Einlasses und noch einige Minuten danach drei Schauspielerinnen in diesen starren, teils verrenkten Positionen. Sie werden lebendig und beginnen – ja was? Gespräche über eine Abwesende. Oder eine, die nie da war?

Wer ist/war die frau, die hier wohnt und jetzt nicht mehr da ist. Die Tür war offen, neugierig/wissbegierig sind die drei reingekommen. Spinnen eine Theorie nach der anderen – sie könnte Opfer eines Verbrechens geworden sein. Oder selbst ein Verbrechen begangen haben. Oder einfach aus ihrer Alltagsroutine ausgebrochen und abgehauen sein.

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Hat sie Kinder? Rabenmutter oder Glucke. Oder ach, die eine behauptet ja, sie hätte nur Rinder gesagt, nicht Kinder.

Eine vierte Frau, die sozusagen aus dem Fenster gegenüber schaut, gesellt sich zum Trio. Jede hat seltsame, offenbar aus verknoteten Strümpfen geformte, flexible Gebilde (Kostüm: Theresa Gregor) an sich wie zusätzliche Körperteile oder Fortsetzungen solcher. Bei einer scheint das Strumpfteil ein Alter Ego oder ein zweites ich zu sein.

Sätze, Wortfetzen, Abhandlungen – teils skurril, teils zusammenhanglos, teils recht witzig (geschrieben von Julia Haenni) – unterhalten 5/4 Stunden lang und kreisen rund um das Verschwinden/Verdrängt werden von Frauen aus (öffentlichen) Räumen. Raumgreifend, die Stufen der Pyramide (Bühne: Mirjam Stängl im Yves-Klein-Blau - I.K.B.) rauf und runter erobernd, nehmen sich die vier Schauspielerinnen - Therese Affolter, Eva Lucia Grieser, Anne Kulbatzki, Birgit Stöger (Regie: Kathrin Herm, Musik: Imre Lichtenberger Bozoki) – ihren Raum. „Es könnte aber auch anders sein“ – ist ein Zitat, das mehrmals fällt und immer wieder die eine oder andere eben erörterte These komplett in Frage stellt.

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Eva Lucia Grieser, Anne Kulbatzki

Anne Kulbatzki, Eva Lucia Grieser

Birgit Stöger, Anne Kulbatzki

Eva Lucia Grieser, Therese Affolter, Birgit Stöger, Anne Kultbatzki

Birgit Stöger

Birgit Stöger

Therese Affolter

Therese Affolter

Anne Kulbatzki, Birgit Stöger, Eva Lucia Grieser

Anne Kulbatzki

Eva Lucia Grieser, Therese Affolter, Birgit Stöger, Anne Kulbatzki Bühne: Mirjam Stängl

Eva Lucia Grieser

Frau verschwindet (Versionen)
von Julia Haenni

Regie: Kathrin Herm
Es spielen: Therese Affolter, Eva Lucia Grieser, Anne Kulbatzki, Birgit Stöger

Bühne: Mirjam Stängl
Kostüm: Theresa Gregor
Musik: Imre Lichtenberger Bozoki
Dramaturgie: Anna Laner
Regieassistenz: Theresa Kraus

Aufführungsrechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main

Wann & wo?
Bis 7. November 2020
Kosmos Theater: 1070, Siebensterngasse 42
Telefon: (01) 523 12 26

Kosmostheater.at -> Frau verschwindet

Events.at -> Frau verschwindet

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