L:inks der High-Tech-kuschelbär, rechts eine Darstellung des Mars-Anzugs

© Heinz Wagner und OeWF-BernhardKaliauerDesignStudio/Montage KiKu

Kiku
05/01/2019

Smarter Kuschelbär für Oldies und Mars-Anzug

AXAward: Erfindungsreiche Jugendliche stellen vielfältige High-Tech-Entwicklungen vor. Mehr als 130 Fotos.

von Heinz Wagner

Wer auf Tourenski unterwegs ist - gut, zugegeben, nicht die richtige Saison, aber die nächste kommt bestimmt - kann sich - in vielleicht absehbarer Zeit über eine wesentliche Verbesserung freuen. Statt die Bindung händisch oder per Skistock je nach Hangneigung in drei Stufen zu verstellen, winkt stufenloses, teils sogar automatisches Anpassen. Zielstellung: (fast) waagrechter Stand beim Aufstieg.

Jugendliche aus zwei verschiedenen HTL haben es mit unterschiedlichen Lösungen ins Finale des achten AXAwards geschafft. Zehn der 92 Projekte Einreichungen aus allen neuen Bundesländern hatten es in den Abschluss des Bewerbs geschafft, der von der privaten Messtechnik-Firma x-Test 2012 ins Leben gerufen wurde.

Neben den verstellbaren Bindungen für Tourenski - „EasyGoing“ aus der HTL Rennweg (Wien) sowie „Skysteps“ der HTL Mössingerstraße (Klagenfurt) - schafften es noch folgende Projekte zu „Talents in the Sky“, wie das Finale in de Skylounge der Universität Wien beim Schottenring heißt: BacFree (HTL Anichstraße Innsbruck), Smart Tunnel Fire Simulator (HTL Mössingerstraße), „Paul - das interaktive Kuscheltier“ (TGM Wien), Serenity Power Management (HTL Braunau), Xtension (HTL Salzburg), Inkos (HTL Rennweg), GTM (HTL Salzburg) sowie „Lies mal, Opa“ (HTL St. Pölten).

Da bei der zuletzt genannten Gruppe die drei beteiligten Jugendlichen erkrankt waren, konnte ihr Projekt einer technisch sehr einfachen Übersetzung gesprochener Sprache in Schrift - für gehörbeeinträchtige Menschen - nicht ins Rennen um die Awards gehen.

Großgruppenfoto - aller Finalteilnehmer_innen, der betreuenden Profs, Jury, Organisator_innen des Bewerbs...

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Nach den Projektpräsentationen ...

... steigen seit eingien Jahren sogenannte Pitches, ...

... in wenigen Minuten - und ganz ohne Hilfsmittel - ...

... sollen die Projektgruppen vor allem Leuten aus ...

... Unternehmen ihre Idee überzeugend ...

... vorstellen, ...

... analog einer ...

... gemeinsamen Fahrt ...

... im Lift

Bewerbsorganisatorin Stefanie Dittrich...

... und die Preise - für Jugendliche bzw. die Messgeräte für die jeweilige Schule ...

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Schnappschüsse...

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Keynote-Speakerin war in diesem Jahr Sandra Weber vom Senkrecht-Starter Startup Shpock, ...

... die über die Entwicklugn dieser ...

... digitalen Online-Flohmarkt-Plattform ...

... samt Spirit, Auf und Ab...

... erzählte ...

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"Mars"-Schülerinnen im Gespräch mit Smart-Kuscheltier-Erfindern ...

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Juror_innen in der ersten Reihe ...

... und bei ihrer eigenen Ehrung (wo nicht mehr alle anwesend waren) ...

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... Ecke mit Video-Interviews

... fotografin Jolly Schwarz

Tourenski-Bindungen

Auf zwischen einer halben Million und 700.000 wird die Zahl jener Menschen geschätzt, die mit Tourenskier in Österreich unterwegs sind. Die schon genannten beiden Teams haben unabhängig voneinander und obendrein unterschiedliche Lösungen gefunden, die Steighilfen automatisch an sich verändernde Gelände anzupassen. Julia Hoffmann und Julian Silan aus der Kärntner HTL Mössingerstraße haben mit Christian Taxacher, der am AXAward-Finaltag gleichzeitig Skystepsbeim Regionalfinale von Jugend Innovativ präsentierte, insgesamt drei Prototypen hergestellt. Materialaufwand für alle drei knapp mehr als 1000 €. Deshalb sind sie auch optimistisch, aus dem zuletzt produzierten Prototypen ein serienreifes Modell herstellen zu können, das auch auf einen leistbaren Preis kommen könnte. Ihre Lösung haben sie bereits als Patent angemeldet - Anmeldenummer 333/2018.

Julian Silan und Julia Hoffmann mit einem Ski mit der ...

... von ihnen entwickelten Touren-Bindung...

... bei der Präsentation ihres Projekts...

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Zwei Varianten

Ausgangspunkt für die Überlegung des Quartetts aus dem Wiener TGM - Majesa Trimmel, Michael Dillinger, Christopher Muhr und Christoph Wacha - war natürlich derselbe: Bisherige Bindungen haben zwei, höchstens drei verschiedene Stufen, die von händisch zu verstellen sind. Die Wiener Jugendlichen haben gleich zwei verschiedene Lösungen erfunden. Die eine weist viel mehr Stufen (aus dem 3D-Drucker und damit sehr leicht) auf, die andere ist völlig stufenlos verstellbar. Beide aber lassen sich über mechanisch an die Steigung anpassen - entweder voll automatisch oder über ein Armband manuell gesteuert.

Sowohl bei Easy Going als auch Skysteps lassen sich die Bindungs-Aufsätze auch leicht abmontieren - und im Rucksack verstauen, wenn es nach dem erfolgten Aufstieg bergab geht.

Majesa Trimmel, Michael Dillinger, Christopher Muhr und Christoph Wacha mit zwei Varianten einer automatisch verstellbaren Steighilfe...

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... die beiden unterschiedlichen Tourenski-Bindungen des Quartetts aus Wien...

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Bakterien- und keimfreie Türgriffe

Die Jury - Michele Isopp, Ayse Adalan, Walter Ehrlich-Schupita und Stefan Jagsch - kürte nach langen Beratungen Christoph Maier und Niklas Kölle von der Tiroler HTL Anichstraße mit ihrem Projekt BacFree zu Siegern des diesjährigen AXAwards. Bei ihrer Präsentation sorgten sie für sehr viele Lacher, weil sie dafür ein Video im Netz aufgestöbert hatten, in dem der Hauptdarsteller mit allen möglichen Verrenkungen versucht, eine Tür zu öffnen, ohne die Türschnalle angreifen zu müssen. Die Angst, sich mit Krankheitskeimen anzustecken, ist sein Motiv.

Das reale Motiv der beiden Schüler: Genau diese mögliche Übertragung vor allem in sensiblen Bereichen zu verhindern. Und so lange nicht alle Türen sich automatisch öffnen, könnte die Erfindung der beiden Abhilfe schaffen. Über jedem Türgriff wollen sie sozusagen einen Desinfektionsautomaten montieren. Den Prototypen haben sie schon gebaut und mehrfach weiterentwickelt. Ein Sensor erkennt, wenn jemand den Türgriff betätigt hat. Danach löst ein Mechanismus die Portionierung von Desinfektionsmittel aus, das in einen den Türgriff umfassenden Schwamm läuft und mit einem Mal hin und her-fahren den Griff reinigt.

Christoph Maier und Niklas Kölle ...

... stellen ihr ...

... System einer...

... automatischen ....

... Desinfektion von Türgriffen ...

....

....

.... vor

Schematische Darstellung ...

... Foto vom Prototypen

Mit ihrem projekt gewannen sie ...

... den diesjährigen AXAward - hier mit betreuendem Lehrer...

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Feuersimulator

Um im Ernstfall optimal zu löschen, müssen Feuerwehren regelmäßig auch Übungen abhalten. In einem Tunnel darf aber kein offenes Feuer verwendet werden. Wie also in einem Tunnel simulieren? Dafür erfanden Christoph Ertl, Patrick Krumpl, Nico Trinkler und David Petritsch, vier Schüler der HTL Mössingerstraße (Klagenfurt) sozusagen virtuelles Feuer. Ihren Smart Tunnel Fire Simulator (STFS) stellten zwei von ihnen in Wien und die beiden anderen Teammitglieder beim schon erwähnten regionalen Halbfinale von Jugend Innovativ vor. Dort kamen sie ins Bundesfinale (Anfang Juni), in Wien erreichten sie den zweiten Platz.

Ihr Fahrzeug mit optischen Lichtquellen, die einen Brand in verschiedenen Stufen simulieren, der dann von den Feuerwehren mit echtem Wasser gelöscht wird, wurde auch schon mindestens einmal, im Donnersbergtunnel eingesetzt. Das Verhalten von Feuer wurde bei echten Bränden aufgenommen und für die Programmierung der simulierenden Lichtquellen herangezogen. Die vier Schüler haben für ihren STFS insgesamt 100 verschiedene Szenarien programmiert.

Foto von der Feuerwehrübung im Donnersbergtunnel

Die Hälfte dieses Teams aus der HTL Mössingerstraße (Klagenfurt)...

... stellte das Projekt im AXAward-finale vor, die anderne beiden Schüler im Regionalfinale von Jugend Innovativ ...

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... in Wien wurden sie Zweite - hier mit einem betreuenden Lehrer ...

... - im Jugend-Innovativ-Regional- stiegen sie übrigens ins Bundesfinale auf

Paul der kuschelige Helfer für Ältere

Einen alten Kinderrücksack in Bärenform haben Christoph Kern, Paul Mazzolini, Vincent Schwartz und Simon Appel mit ganz besonderem Inhalt gefüllt, einem Micro-Controller und anderer Hardware. Die von ihnen programmierte Software macht den Kuschelbären, dem sie den Namen Paul verpassten, zum Helfer für vor allem ältere Menschen. Die Hilfe reicht von der Erinnerung an die Einnahme von Medikamenten über regelmäßiges pulsmessen bis hin zu einem Notfallknopf, über den eine vorab eingespeicherte Handynummer angerufen wird. Der Bär kann aber auch Hörbücher vorlesen usw.

Das eher Außergewöhnliche an diesem Projekt sind zwei Dinge. Erstens haben die vier Schüler während der Entwicklung eng mit Senior_innen zusammengearbeitet und ständig Feedback eingeholt, um Funktionen und vor allem die Funktionalität zu testen und entsprechend zu überarbeiten. Das erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Pensionistenklubs der Stadt Wien, wo seit Jahren Schulkolleg_innen aus den jeweiligen dritten Klassen in einem Freifach älteren Menschen praktisches Computerwissen vermitteln. Und zweitens kommen die Schüler auf einen Preis von rund 100 Euro für den smarten „Paul“, was krass unter Preisen für diverse professionelle Hilfsroboter liegt.

Christoph Kern, Paul Mazzolini, Vincent Schwartz und Simon Appel mit ...

... Paul, dem interaktiven Kuscheltier ...

... das elektronische Innenleben kommt beim Zipp des Kinderrucksacks rein...

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... DAs Quartett gewann gleich zwei Preise, ...

... den Pitch-Durchgang sowie Platz 3 - vergeben durch die Jury

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Nachhaltigkeit und Inklusion...

... von Menschen mit Lernschwierigkeiten will ein stationäres Geschäft mit angeschlossenem Online-Shop, der aller Voraussicht nach im Herbst öffnet verbinden. Und für diesen, genannt WINS (Wiener Inklusions- und Nachhaltigkeits-Shop) haben vier Schüler der TL Rennweg einen schlauen, programmierbaren, Trolley erdacht und gebaut. Florian Parzer, Christoph Wagnes, Raphael Nekam und Michael Spitzbart haben dem Gefährt ein Tablet verpasst - und Sensoren. Am Boden des Geschäfts werden Bodenmarkierungen angebracht, die die Sensoren erkennen. Andere Sensoren erkennen Hindernisse.

Wenn die Waren eingeschlichtet werden, erhalten sie sozusagen Koordinaten. Kommt eine Bestellung rein, wird die via am Smart Trolley angebrachtem Tablet eingegeben, das Gefährt sucht dann den Weg zum jeweiligen Regal und gibt den Standort an. Die hier tätig sein werdenden Menschen mit Lernbeeinträchtigung, nehmen den gewünschten Gegenstand, scannen die Kennzeichnung ein und legen ihn auf den Trolley.

Die Schüler und ihr smarter Trolley

Die vier Schüler der HTL Rennweg stellen ihr Projekt INKOS hier der Key-Note-Speakerin Sandra Weber vor...

... und präsentieren es hier Jury und anderen Zuhörer_innen...

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Bis zum Mars

Magdalena Schaber und Sarah Schinwald von der HTL Braunau klinkten sich mit ihrem Projekt ein in ein viel größeres, an dem viele andere (Schul-)Projekte gemeinsam mit dem Österreichischen Weltraumforum arbeiten. Sie alle tüfteln an unterschiedlichen Teilen einer künftigen Mars-Mission. Die beiden Braunauer Schülerinnen übernahmen die (Neu-)Konzeption eines mittlerweile veralteten Prototypen (ca. 10 Jahre) für einen Raumanzug. Vor allem die Energie-Versorgung für mindestens fünf Stunden Arbeit auf dem „roten“ Planeten war ihr Spezialgebiet. Sie muss unbedingt funktionieren, wenn die später zum Mars entsandten Forscher_innen außerhalb der Basisstation arbeiten. Sie muss auch heftig Temperaturschwankungen aushalten - sowie die Heizung bzw. Kühlung im Anzug gewährleisten. Weil es keine Atmosphäre gibt, betragen die Unterschiede zwischen sonnigen und schattigen Stellen bis zu 50 und mehr Grad. Und die mobile, im Anzug eingebaute Energieversorgung sollte natürlich möglichst leicht sein. Serenity heißen die neuen Anzüge, für die andere Projekte beispielsweise den Helm konzipieren. Die Anzüge werden an die Öffnungen der Mars-Stationen angedockt und die Forscher_innen steigen sozusagen beim Öffnen der Schleusen von hinten hinein ähnlich wie Ärzt_innen in OP-Kittel, um Verschmutzungen zu vermeiden.

„Wir mussten auf vieles achten, die Kommunikation mit der Basis-Station auf der Erde ist ja sehr verzögert, allein für einen Weg dauert die Datenübertragung 20 Minuten“, schildern die beiden jugendlichen Mars-Expertinnen. Das heißt, die Anzüge müssen so funktionieren, dass jeder Notfall direkt ohne Kontakt mit der Erde zu lösen ist. „Außerdem braucht jede Bewegung viel mehr Kraft, es ist schon sehr schwer auch nur die Finger abbiegen zu können“, ergänzen die beiden.

Magdalena Schaber und Sarah Schinwald, weltrauminteressiert von Kindesbeinen an, ...

... tüftelten an der optimalen Energieversorgung eines Raumanzugs für den Mars ...

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Beide waren schon als Kinder vom Weltall fasziniert, Schaber hatte schon als kleines Kind Bilder von der Mondlandung, die erste jährt sich heuer zum 50. Mal, immer und immer wieder angeschaut. Selber zum Mars zu fliegen, können sie sich allerdings nicht vorstellen. „Wir kümmern uns lieber von der Erde aus um die technischen Hintergründe.“

"Nur" zum Mond....

... wie auch Klein-Unternehmen Elektronik testen lassen könnten, ...

..., die am Mond zum Einsatz kommen soll, ...

... damti befassten sich die Schüler des Projekts GTM ...

... der HTL Salzburg ...

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Testumgebung für Weltraum-Elektronik

Auch auf der Erde für den Weltraum arbeiteten Schüler der HTL Salzburg. Für ihren Kooperatiosnpartner, PTScientists das als erstes privates Unternehmen einen Rover zum Mond schicken möchte, um dort Materialtests durchzuführen, entwickelten sie eine Testumgebung für Elektronik. Die Überlegung dahinter übrigens: Viele unterschiedliche, nicht zuletzt Start Up oder kleinere oder mittelgroße Unternehmen stellen Teile her, die dann später auf dem Mond in dem Rover verbaut bzw. dort getestet werden sollen. GTM, wie Martin Mastnak, Thomas Ebner, Clemens Lechner und die ebenfalls an der Diplomarbeit beteiligten Alexander Daum, Stanley Hughes und Florian Wagner, ihr Projekt nannten, wäre sozusagen das Zentrallabor auf der Erde. Die Einzel- oder KM-Unternehmen würden ihre Materialien, vor allem eben die Elektronik dorthin zum Testen geben und in ständiger Kommunikation Daten abrufen und ihre Anteile adaptieren können.

Dominik Zechner, Melik Özyürek und Ashish Negi ...

... programmierten und bauten ...

... einen Prototypen für einen Controller, der an SmartPhones angedockt werden könnte ...

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Game-Controller für SmartPhones

Für Spielfreudige entwickelten Dominik Zechner, Melik Özyürek und Ashish Negi von der HTL Salzburg sozusagen Ansteckmodule für SmartPhones, die die Funktionen von Controllern für Games übernehmen können, wie sie von Konsolen bekannt sind. Die Prototypen, die sie entwickelten - und dazu ein eigenes Spiel, er möglichen als linke und rechte Hälfte ans Handy angesteckt, bequemeres Zocken. Wird nur eine Hälfte angedockt, kann die zweite mit einem weiteren SmartPhone verbunden werden und zwei Gamer_innen können gegeneinander spielen.

https://axaward.at/

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