Auch jetzt nicht auf Kinderrechte "vergessen"!

© Michael Pammesberger

Kiku
01/19/2021

Netzwerk Kinderrechte fordert „Pandemie-Bonus“ für Kinder

Es braucht Gutscheine für Sport, Kultur und Reisen und eine Gesamtstrategie für Kinder und Jugendliche, die bei vielen Maßnahmen „übersehen“ werden.

von Heinz Wagner

„Kinder sind mehr als Schule! Kinder sind mehr als Noten! Kinder sind mehr als Virusüberträger!“ So beginnt eine Aussendung des Netzwerks Kinderrechte, in dem rund vier Dutzend österreichische Kinder- und Jugend-Organisationen und Einrichtungen vertreten sind.

Es dürfe nicht sein, dass Kinder und Jugendliche derzeit nur noch in diesem Zusammenhang gesehen würden, so schreit namens des Netzwerks Elisabeth Schaffelhofer Garcia-Marquez. „Was es braucht, ist eine radikale Kurskorrektur und nationale Gesamtanstrengung für junge Menschen in Österreich. Und zwar jetzt! Zusätzlich fordern wir jedes politische Ressort auf, einen „Pandemie-Bonus“ für Kinder aufzustellen.“

Was unter solch einem „Bonus“ zu verstehen sei, dafür nennt das Netzwerk in seiner Aussendung ein paar Beispiele, beschreibt sie als „ganz handfeste Dinge“ und adressiert mehrere Ministerien: Gutscheine für Sportausrüstung (Sportminister), Reisen (Tourismusministerin) oder Konzert- und andere Kultur-Tickets (Kunst- und Kulturstaatssekretärin). Dabei sollen, so das Kinderrechte-Netzwerk, „Kinder und Jugendliche schon bei der Auswahl der Goodies mitbestimmen können“.

Mehr als Gutscheine

Es gehe aber nicht nur um ein paar Gutscheine, sondern „die Regierung solle auf Basis kinderrechtlicher Standards eine konkrete Strategie zur Umsetzung von Maßnahmen gegen die Pandemie entwickeln. Diese Gesamtstrategie müsse alle Lebensbereiche von jungen Menschen umfassen, von Bildung und Gesundheit bis zu Sozialarbeit und Inklusion von Kindern mit Behinderungen. Dazu zähle auch eine kinderrechtliche Folgenabschätzung aller geplanter Maßnahmen. Koordinieren sollte diese Gesamtstrategie die nun auch für Familien und Jugend-Agenden zuständige Ministerin Susanne Raab, „Verantwortung hat aber jedes Regierungsmitglied“, so die Plattform, die sich für die Umsetzung der durch die UNO-Konvention 1989 beschlossenen Kinderrechte einsetzt.

„Wir haben bereits im April 2020 gefordert, Betreuung und Betreuungsqualität unter COVID-Bedingungen sicherzustellen. … Erneut konnte Bildungsminister Faßmann keine konkrete Antwort dazu geben, wie der Schichtbetrieb nach dem nächsten Schulöffnungstermin 8. Februar 2021 aussehen wird. Wir wiederholen uns, Lernen und Gemeinschaft müssen organisiert werden, und dazu brauchen wir das Wissen jener, die in der täglichen Praxis mit Kindern arbeiten: PädagogInnen, ÄrztInnen, Kinderrechts-ExpertInnen, als auch SchülerInnen selbst“, kritisiert der bekannte Kinder- und Jugendpsychiater Ernst Berger für das Netzwerk Kinderrechte.

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