Szenenfoto aus "Sollen sie doch Plastik fressen!"

Szenenfoto aus "Sollen sie doch Plastik fressen!"

© Curt

Kiku
10/30/2020

Jugendliche spielen Kilmawandel-Stück: Party zum Weltuntergang

Theater:Klubs im Dschungel Wien verklickert mit viel Witz in „Sollen sie doch Plastik fressen!“ den Ernst der Lage der Welt.

von Heinz Wagner

Lichterkette am Boden als Grenze zwischen Bühne und Publikum, Goldlametta auf Podesten auf der Bühne. Einige Darstellerinnen mit gold-glitzernden Randstreifen auf ihren Gesichts-Schilden, die das Publikum – einzeln oder in den zusammengehrenden Gruppen empfangen und mit Entweder –oder –Fragen begrüßen. Lebensentscheidungen: Für immer vegan oder nie wieder fliegen und andere – seien hier nicht verraten.

Als alle – natürlich mit Abstand – sitzen, beginnt die Party. Dafür haben sich die elf Teilnehmer_innen des Theater:Klubs im Dschungel Wien den Refrain von K.I.Z. a ft. Henning May (Annen May Kantereit) ausgeborgt „Wir sitzen im Atomschutzbunker - Hurra diese Welt geht unter“. Auch wenn sie diesen Song zunächst nicht im Happy-Sound intonieren, verwandeln sie die Szenerie in der Folge zunächst in eine ausgelassenen Party. Und lassen immer wieder – meist aus dem Off – Fakten über die dramatische Lage der Welt in Sachen Klimawandel als Kontrapunkt einfließen.

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Durch diese paradoxe Situation wird nicht nur humorvoll, sondern fast irrwitzig das beinahe allgegenwärtige Handeln sowohl von Politik als auch Unternehmen aber auch uns Konsument_innen noch deutlicher.

Was würdest du gerade noch tun, wenn du weißt, die Welt geht wirklich morgen unter – auch dazu spielt jede und jeder eine eigen Kurzszene – samt Freude darüber, was sie oder er nie mehr tun müsste. Und immer wieder bleibt damit das Lachen über den einen oder anderen Gag im Hals stecken – vor dem Wissen, dass vieles davon bitterster Ernst ist. Samt sarkastischer Demo-Schilder - -auf einem davon der Stücktitel: „Sollen sie doch Plastik fressen!“ als Anspielung auf jenen Satz, den die Habsburger Herrscherin Marie Antoinette nie so gesagt haben soll, der aber ihr und ihresgleichen Unverständnis über die Not der Bevölkerung exakt spiegelte: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!“

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Sollen sie doch Plastik fressen!
Ein Fest zum Weltuntergang
Theater:Klub Dschungel Wien
Ab 15 Jahren; ca. 50 Minuten

Spielleitung: Jonathan Achtsnit

Darsteller*innen, gleichzeitig Mitgestalter*innen des Textes und der Performance: Teilnehmer*innen des Theater:Klubs:
Alina Brandstötter, Sarah Dürnberger, Nina Gabriel, Lena Hönlinger, Ines Kaiser, Anna Khoudokormova, Hannah Resatz, Julian Roninger, Anna Rupp, Elisabeth Schmidt-Schmid, Lilja Schneider,
Emmylou Fertschai
Stimme aus dem Off: Katia Steier
Mitwirkender am Text: Samuel Obernosterer

Szenische Mitarbeit: Isabella Kämmerer, Özlem Yarin

Wann & wo?
Noch am 10. Oktober, 18 Uhr
Dschungel Wien: 1070, MuseumsQuartier
Telefon: (01) 522 07 20-20
Dschungelwien.at

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