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Kiku
06/17/2020

Einmalzahlung hilft nicht echt gegen Kinderarmut

Bundesjugendvertretung: Regierungsmaßnahmen sind zu wenig; Zeit für Task Force Kinderarmut drängt.

von Heinz Wagner

Die Bundesjugendvertretung (BJV) macht angesichts der aktuellen Beschlüsse der Regierung erneut eindringlich auf das akute Problem der Kinderarmut aufmerksam: „Bereits vor der aktuellen Krise war jedes 5. Kind in Österreich von Armut betroffen oder bedroht. Diese Zahl wird angesichts der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt leider weiter steigen. Hier braucht es deutlich mehr als die beschlossenen 360 Euro Zusatzzahlung pro Kind“, so Caroline Pavitsits vom Vorsitz-Team.

Zu begrüßen, aber …

Es sei natürlich zu begrüßen, wenn Familien eine zusätzliche Unterstützung zur Familienbeihilfe bekommen, dennoch betont die Sprecherin der gesetzlichen Vertretung der Kinder- und Jugendorganisationen Österreichs. „Diese Einmalzahlung ist leider nicht nachhaltig und zu wenig zielgerichtet für diejenigen, bei denen es Monat für Monat knapp ist und wo es um zentrale finanzielle Unsicherheiten bei Miete, Strom oder Kinderbetreuung geht. Deren Probleme lösen sich dadurch nicht. Auch an Geschenke für Kinder oder Urlaub ist bei vielen Familien gar nicht zu denken.“

Pavitsits, eine der Vorsitzenden, zeigt auf, wie gravierend die Folgen von Kinderarmut sind: „Armut schränkt Kinder Tag für Tag ein. Sie leben auf engerem Wohnraum, können nicht andere Kinder einladen oder einfach so ins Schwimmbad gehen. Auch auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern wirkt sich Armut aus, und das hat bittere Langzeitfolgen.“

Alle in Lösungen einbeziehen

Daher betont die BJV, wie wichtig es ist, dass die Regierung auf Anregung der BJV und zahlreicher Kinder- und Jugendorganisationen Erleichterungen für außerschulische Angebote im Sommer geschaffen hat und es jetzt auch finanzielle Anreize für Gemeinden gibt, genügend Kinderbetreuungsangebote im Sommer zur Verfügung zu stellen. „Viele Familien stehen in diesem Sommer vor Problemen bei der Kinderbetreuung. Es müssen jetzt insbesondere die Eltern unterstützt werden, die sich keine teuren Angebote leisten können“, fordert Pavitsits. Darüber hinaus müsse die von der Regierung angekündigte Task Force Kinderarmut unter Einbindung der BJV bald starten: „Die Zeit drängt, hier geht es um verlorene Chancen und alltägliche Herausforderungen für Kinder. Ziel muss sein, dass kein Kind in Österreich mehr in Armut aufwachsen muss“, so Pavitsits abschließend.

BJV

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