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05/24/2022

Uneinigkeit über Folgen eines Gas-Embargos

Schönen guten Morgen!

Sollte es in Europa zu einem Ausfall der Gaslieferungen kommen, wäre dies "dramatisch" und "nicht oder schwer managebar", sagt voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner: "Ohne Gas keine Stahllieferungen" und ganz allgemein würden wesentliche industrielle Prozesse zum Stillstand kommen. Spüren würden das alle, weil Lieferketten zusammenbrechen würden und es wohl zu einer hohen Arbeitslosigkeit käme, vor allem, wenn der Ausfall von Erdgas länger anhalten sollte.

Diese wichtige Stimme aus der Industrie ist beispielgebend für die Meinung der heimischen Wirtschaft zu einem möglichen Lieferstopp von russischem Gas. Sie warnen seit Wochen davor, insbesondere, dass die EU selbst den Stopp veranlasst.

Umso überraschender, dass nun eine Studie zum Ergebnis kommt, dass ein Lieferstopp verkraftbar wäre. Das sagen die Forscher des Complexity Science Hub Vienna. Voraussetzung dafür ist aber eine EU-weite Zusammenarbeit, um das russische Gas zu ersetzen. Ohne Kooperation mit den anderen EU-Ländern wäre der Schaden für Österreichs Wirtschaft um ein Vielfaches größer.

Und damit sind wir bei dem Dilemma. Eine Kooperation ist keine ausgemachte Sache. Und zu welchem Preis. Selbst wenn also die Menge stimmen sollte, bedeutet das dann noch lange nicht, dass Österreichs Wirtschaft noch konkurrenzfähig bleibe. Beziehungsweise die Privathaushalte sich dann das Heizen noch leisten können. Schon jetzt sind die Energiepreise ja extrem hoch.

Wir wünschen einen entspannten Tag,

Ihr Robert Kleedorfer
 

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