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Gesund
03/20/2019

Täglicher Konsum von hochpotentem Cannabis könnte Psychosen auslösen

Das geht aus einer neuen Beobachtungsstudie hervor. Einen ursächlichen Zusammenhang konnten die Forscher nicht nachweisen.

Eine relativ große europäische Beobachtungsstudie an elf Zentren belegt erneut einen möglichen Zusammenhang zwischen dem häufigen Konsum von hoch potentem Cannabis und der Auslösung von Psychosen. Das Erkrankungsrisiko kann fast bis auf das Fünffache von Cannabis-Nichtnutzern steigen, schreiben Marta Di Forti vom King's College London und ihre Co-Autoren in Lancet Psychiatry.

"Wir nahmen Patienten im Alter zwischen 18 und 64 Jahren auf, die mit einer ersten Psychose-Episode in eines von elf Zentren in Europa und Brasilien kamen", heißt es in der Studie. Zwischen 1. Mai 2010 und 1. April 2015 wurde die Daten von 901 Psychosepatienten gesammelt. Gleichzeitig verwendete man die Informationen von 1.237 Menschen ohne Psychose als repräsentatives Sample der jeweils lokalen Bevölkerung als Kontrollgruppe.

Einfluss des THC-Gehalts

Die teilnehmenden Zentren befanden sich unter anderem in London, Cambridge, Amsterdam, Paris, Madrid, Barcelona, Bologna, Palermo sowie in Ribeirao Preto (Brasilien). Bei den Patienten wurde natürlich erhoben, wie oft und welches Cannabis sie konsumiert hatten. Dann wurden zwei Gruppen nach dem THC-Gehalt (kleiner oder mehr als zehn Prozent) gebildet.

"Täglicher Cannabiskonsum war mit einem größeren Risiko für Psychosen verbunden als bei Nicht-Konsumenten (um das 3,2-Fache; Anm.). Das stieg bis fast auf das Fünffache (Faktor 4,8; Anm.) beim täglichen Konsum von hochpotentem Cannabis (THC-Konzentration mehr als zehn Prozent; Anm.)", lautet die Zusammenfassung der Wissenschafter.

Würde man das hochpotente Cannabis wegbringen, würde die Psychose-Rate rechnerisch um 12,2 Prozent sinken. In Amsterdam würde die Neuerkrankungsrate von 37,9 auf 18,8 Fälle pro 100.000 Personen und Jahr zurückgehen, in London von 45,7 auf 31,9 pro 100.000 Menschen und Jahr.

Kausalität nicht geklärt

Schätzungen der Autoren um Marta Di Forti deuten auf einen erheblichen Anteil von Psychosepatienten mit starkem Cannabiskonsum hin: In Amsterdam wurden 43,8 Prozent der neuen Psychose-Erkrankungen mit täglichem Cannabis-Konsum in Zusammenhang gebracht, 50,3 Prozent mit dem täglichen Konsum von Cannabis mit hoher THC-Konzentration. Für London kalkulierten die Wissenschafter solche Anteile von 21 bzw. 30,3 Prozent. Derartige Studien sind wichtig, können aber keinen ursächlichen Zusammenhang endgültig belegen, sagen Experten.