Gesund
03/15/2019

Nächtlicher Klogang kostet die Wirtschaft Milliarden

Nicht nur die Schlafqualität leidet unter nächtlichem Harndrang, auch die Volkswirtschaft.

In der Nacht häufig auf's Klo gehen zu müssen, ist nicht nur lästig für die Betroffenen. Es schadet auch der Wirtschaft, zumindest, wenn man einer neuen Studie der gemeinnützigen Forschungsorganisation RAND Europe Glauben schenkt. Demzufolge verliert etwa die deutsche Wirtschaft pro Jahr 7,42 Milliarden Euro wegen der Folgen nächtlichen Harndrangs (Nykturie). Japan verliere 12,1 Milliarden Euro, die USA sogar 39,23 Milliarden Euro. 

Der Studie zufolge sind Menschen häufiger krankheitsbedingt von der Arbeit abwesend oder bei der Arbeit weniger produktiv, die mindestens zweimal pro Nacht aufwachen, um auf die Toilette zu gehen. Grund dafür ist, dass der gestörte Nachtschlaf ihre Funktionsfähigkeit während des Tages beeinträchtigt. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass eine an Nykturie erkrankte Person im Durchschnitt mindestens sieben weitere Arbeitstage pro Jahr aufgrund von Fehlzeiten und Präsentismus (aufgrund der suboptimalen Gesundheit während der Arbeit) verliert, als eine Person, die keine Nykturie hat.

Die Zahl der Menschen in den USA, die an Nykturie leiden, beläuft sich auf 27,5 Millionen, das sind 12,5 Prozent der gesamten Erwerbsbevölkerung. In den fünf anderen Ländern, die in die wirtschaftliche Analyse des Berichts einbezogen wurden (Großbritannien, Deutschland, Spanien, Japan und Australien), könnten zusätzlich 53,6 Millionen Menschen Nykturie bekommen, die zwischen 13 und 17 Prozent der Bevölkerung eines Landes beträgt.

Personen, die an Nykturie leiden, berichteten zudem von einer geringeren Lebenszufriedenheit und einem geringeren Arbeitsaufwand, wie Daten aus zwei großen, miteinander verbundenen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Umfragen erhoben. Eine Person mit Nykturie hat im Durchschnitt eine um zwei Prozent niedrigere Lebenszufriedenheit im Vergleich zu einer Person, die nicht an Nykturie leidet. Diese Assoziation ist ähnlich, wenn die Person an anderen schwerwiegenden Gesundheitszuständen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Asthma litt.