Wellness 08.03.2018

Das passiert, wenn man Harn zu lange zurückhält

© Bild: El Gaucho - Fotolia/Nico Stengert/Fotolia

Kann die Blase wirklich platzen?

Es fühlt sich vielleicht nicht so an, aber die Blase eines Erwachsenen kann bis zu einem halben Liter Harn halten, bevor der Drang ausgelöst wird, auf die Toilette zu gehen. Über winzige Rezeptoren an der Blasenwand wird ans Gehirn weitergeleitet, wenn die Blase ihre Kapazität erreicht hat. Mit dieser Nachricht können wir die Blase entweder entlasten oder den Harn halten, weil gerade kein WC in der Nähe ist oder weil es einfach ein zu weiter Weg vom Sofa bis ins Bad ist.

Sobald man sich also gegen den Gang zur Toilette entschieden hat, müssen die zylindrischen Schließmuskeln der Blase dicht schließen, um zu verhindern, dass die Harnröhre leckt. Das ist an sich kein Problem, wird es allerdings zur Gewohnheit, kann es zu langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit kommen. Dazu zählt etwa ein erhöhtes Infektionsrisiko. Bleibt der Harn länger im Körper, bleiben auch die darin enthaltenen Bakterien länger im Körper – das Risiko einer Harnwegsinfektion oder Blasenentzündung steigt.

Gesundheitliche Risiken

Auch die Blasenmuskulatur wird beim wiederkehrenden Unterdrücken geschwächt, was zu Harnverhaltung führen kann. Das bedeutet, dass trotz großem und mitunter schmerzhaftem Harndrang die Blase nicht entleert werden kann. Durch den Rückstau des Harns kann es zu Nierenschäden kommen. Kann die Blase also trotz Harndrang nicht entleert werden, sollte dies schnellstmöglich medizinisch abgeklärt werden.

Dass die Blase platzen kann, ist übrigens ein Mythos. Dies ist zwar nicht unmöglich, gesunde Menschen würden dem Harndrang jedoch bei zu langem Zurückhalten unwillkürlich nachgeben, sodass man sich nass macht ohne dies zu wollen.

( kurier.at , ege ) Erstellt am 08.03.2018