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Fakten
01/19/2017

Vogelgrippe: Kann man noch Geflügel essen?

Laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel "theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich".

von Anita Kattinger

In Salzburg ist am Mittwoch ein neuerlicher Fall von Vogelgrippe bestätigt worden. Es handelt sich um eine verendete Tafelente, die am Mattsee gefunden worden war. Die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) hat eine Infektion mit H5N8 bestätigt.

In den vergangenen Monaten wurden europaweit rund 400 Fälle bei Hausgeflügel und rund 350 Fälle bei Wildgeflügel behördlich festgestellt. Was Sie über die Vogelgrippe und den Umgang mit Geflügel wissen müssen:

Was ist die Vogelgrippe?
Die aviäre Influenza ist eine für Geflügel hochansteckende Krankheit, die insbesondere bei Hühnern und Puten durch schwere Krankheitsverläufe gekennzeichnet ist. Hervorgerufen wird die Vogelgrippe durch verschiedene Grippevirusstämme: Sie werden in Typ A, B, C und Subytpen unterteilt. Das Virus wird mit Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit ausgeschieden. Bei starker Staubentwicklung ist eine Ansteckung über Luft möglich.

Anfang Jänner waren europaweit 18 Staaten vom Virus-Subtyp H5N8 betroffen. Um das Geflügelpestrisiko zu minimieren, einigten sich die Behörden in Österreich auf eine Stallpflicht für jedes Geflügel: Kann H5N8 überhaupt auf den Menschen übertragen werden?
Bisher sind weltweit keine Erkrankungsfälle von Menschen bekannt geworden. Daher handelt es sich ausschließlich um eine Tierseuche, die alle Arten von Geflügel betreffen kann. Der Subtyp H5N1 kann auch bei Menschen eine Influenzaerkrankung auslösen.

Warum gilt seit 10. Jänner 2017 das gesamte österreichische Staatsgebiet als "Gebiet mit erhöhtem Geflügelpestrisiko"?
Seit November 2016 wurden in Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich, der Steiermark, im Burgenland und Niederösterreich Fälle von an Vogelgrippe verstorbenem Geflügel bekannt. Wie Untersuchungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit zeigten, handelt es sich um den Vogelgrippe-Virus H5N8. Enten, Gänse, Tauben und andere Wildvögel erkranken entweder kaum oder zeigen keine Symptome, sind aber für die Erregerverbreitung von Bedeutung.

Was empfiehlt das Gesundheitsministerium?
Tote Wasser- und Greifvögel sollen nicht berührt werden. Es wird dringend die Einhaltung der allgemeinen Hygienemaßnahmen empfohlen.

Kann ich mich durch Lebensmittel mit dem Virus anstecken?
Laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel "theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich". Für die Übertragung anderer Subtypen (H5N1, H7N9) von Vögeln auf Menschen waren in der Vergangenheit fast ausschließlich direkte Kontakte mit infiziertem lebendem Geflügel verantwortlich. Für die Möglichkeit einer Infektion durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gibt es bisher keine Belege. Allerdings ist erwiesen, dass Eier infizierter Tiere das Virus sowohl auf der Schale als auch in Eiweiß und Eidotter enthalten können.

Worauf muss ich bei der Fleischzubereitung achten?
Bei Temperaturen von mindestens 70 Grad stirbt der Vogelgrippe-Erreger ab, denn das Virus reagiert empfindlich auf hohe Temperaturen. Das BfR empfiehlt, auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch zu achten:

  • Rohe Geflügelprodukte von anderen Lebensmitteln getrennt lagern
  • Wenn das Fleisch nicht noch einmal erhitzt wurde, Kochutensilien gründlich mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen. Verpackungsmaterialien, Auftauwasser u.ä. sofort entsorgen.
  • Hände mit warmem Wasser und Seife waschen.
  • Geflügelspeisen für mindestens zwei Minuten gründlich durchgaren: eine Kerntemperatur von 70 Grad muss erreicht werden. Eier sollten vor dem Verzehr gekocht werden, bis Eiweiß und Eigelb fest sind, je nach Größe mindestens 6 Minuten.