Genuss
27.09.2017

Die besten Naturjoghurts im Test

Der Verein für Konsumentenschutzinformation (VKI) nahm 50 Naturjoghurts unter die Lupe: Mikrobiologisch stellten sie ein gutes Zeugnis aus, die Profi-Verkoster reihten ein Joghurt von Schärdinger und eines von Merkur an die Spitze.

200 – die Zahl klingt unglaublich, so viele Naturjoghurts gibt es allein im Raum Wien! Und selbst dann fällt die Enstcheidung schwer, denn Joghurts aus Kuhmilch gibt es mit zwölf unterschiedlichen Fettgehalten. Die Konsumentenschützer des VKI testeten 50 Joghurts in ihrem Untersuchunsglabor, selbst hier konnte nicht jede kleine Molkerei berücksichtigt werden. Bei allen Joghurts handelte es sich um Produkte aus Kuhmilch mit verschiedenen Fettstufen, von unterschiedlicher Konsistenz (stichfest oder gerührt), einige waren laktosefrei oder bio.

Das Test-Ergebnis publizierte der VKI in der aktuellen Ausgabe des Konsument – für den Test löffelten sich sowohl Profis als auch Laien durch die Becher: Alle getesteten Joghurts waren vollkommen in Ordnung, laut Testern bedeutet das eine "tadellose Hygiene bei der Herstellung". Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen fanden die Tester kaum probiotische Keime: Der VKI führt das auf eine EU-Verordnung zurück, die den Begriff "probiotisch" zu Werbezwecken sowie in Verbindung mit gesundheitsbezogenen Aussagen verbietet. Seit der Verordnung dürfte die Produktion von probiotische Joghurts für die Hersteller offenbar nicht mehr so interessant sein.

Ein Faktum überraschte die Konsumentenschützer: Die verhältnismäßig niedrigen Keimzahlen des stärker säurebildenden Lactobacillus bulgaricus dürfte den Grund haben, dass immer mehr Verbraucher mildere Produkte bevorzugen.
Zwei Produkte erhielten von den Profi-Verkostern beim Geschmackstest die maximale Punkteanzahl (20 Punkte): nämlich Merkur "Immer gut" (49 Cent) und jenes von Landliebe. Den Laien schmeckte das Creme Joghurt von Schärdinger Berghof (96 Cent) am besten.

Die höchste Punkteanzahl im Gesamt-Ranking erhielten Schärdinger Berghof und das Naturjoghurt von der Spar-Eigenmarkt S-Budget (32 Cent).

Was ist eigentlich Joghurt?

Joghurts gehören zu den Sauermilchprodukten: Darunter versteht man Lebensmittel aus Milch, die durch natürlich vorkommende oder zugesetzte Mikroorganismen gesäuert (fermentiert) werden. In den Molkereien wird die pasteurisierte und homogenisierte Milch mit Säuerungskulturen geimpft und bei hohen Temperaturen mehrere Stunden "bebrütet". Bei der Herstellung von Joghurt kommen überwiegend die Milchsäurebakterien Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus und Streptococcus thermophilus zum Einsatz. Diese Bakterien wandeln Milchzucker in Milchsäure um – der typische Geschmack.

Neben den stark säuernden Kulturen können auch andere, mild säuernde Milchsäurebakterien eingesetzt werden. Dazu gehören z.B. der Lactobacillus acidophilus oder der Lactobacillus bifidus. Um diese sogenannten probiotischen Keime in Joghurts gab es vor einigen Jahren einen regelrechten Hype, schreiben die Konsumentenschützer in der aktuellen Ausgabe des Konsument.

Der Unterschied cremig oder stichfest? Nur 30 Prozent der Hersteller hatten auf dem Becher angegeben, ob es sich um ein cremiges oder stichfestes Joghurt handelt. Für stichfestes Joghurt wird die Milch gleich nach dem Beimpfen mit Mikroorganismen in Behälter gefüllt und nach dem Dickwerden nicht mehr umgerührt. Cremiges Joghurt fermentier dagegen in großen Tanks: Wenn der Säuerungsvorgang abgeschlossen ist, wird die Masse kräftig durchgerührt.