Genuss
30.11.2018

Vegan, ohne Gluten und Laktose: Qual der Wahl fürs Festmenü

Die Planung des Weihnachtsmenüs wird immer komplizierter. Profis geben Tipps für ein Festessen, das jeden glücklich macht.

Früher war alles besser! Vor allem einfacher. Keine langwierigen Diskussionen, was zu Weihnachten auf den Tisch kommt, weil die familiäre Tradition es vorgibt. Schließlich sind damit  Emotionen und  Kindheitserinnerungen verbunden, egal ob ein Festtagsbraten oder Kalbsbratwürstel aufgetischt werden.

Moderne Herausforderungen

Und heute? Die Gestaltung des Weihnachtsmenüs stellt Familien vor Herausforderungen: Enkelin eins dreht sich schon beim Gedanken an Fleisch der Magen um, Enkel zwei isst neuerdings ausschließlich vegan, die Nichte verträgt keine Milchprodukte und der Herr Sohn hat vor einigen Jahren endlich die Ursache für seine regelmäßigen Bauchschmerzen herausgefunden – Glutenunverträglichkeit.

Kompromiss

Alle Wünsche zufriedenzustellen, ist bei solchen Anforderungen gar nicht so einfach. Viele Familien brechen als Kompromiss mit alten Traditionen – und führen neue ein: Auf den Tisch kommen Fondue-Topf oder Raclette-Grill sowie die unterschiedlichsten Zutaten. Da können Veganer Tofu grillen, Vegetarier greifen zu Gemüse und wer Fleisch möchte, kann dies ebenfalls genießen. Dazu gibt es Salate, Saucen und Dips.

Gemütlich essen

Auch wenn so manchen Großeltern die Skepsis über so „neumodisches Zeug“ im Vorfeld anzusehen sein dürfte, die Vorteile dieses Fest-Mahls überzeugen auch die größten Traditionalisten. Immerhin entschleunigt es, die nächste Portion auszuwählen, dem Käse beim Schmelzen zuzusehen oder das Fleisch in heißem Öl zugaren – und ermöglicht gemütliche Gespräche mit allen Familienmitgliedern.

Wer klassische Menüfolgen befolgen möchte, kann sich mit einigen Regeln viel Stress ersparen. „Zu Weihnachten sollte man keine Experimente machen, sondern etwas kochen, das funktioniert“, sagt Richard Rauch vom „Steira Wirt“ in Trautmannsdorf.

Neues vorher probieren

Ein neues Menü am besten vorher einmal ausprobieren. Bei Unverträglichkeiten sind Gerichte ideal, bei denen einzelne Komponenten austauschbar sind (siehe nächste Seiten). „Damit kann man schon einmal die wichtigsten Vorlieben der Gäste abdecken“, sagt Rauch. Er verwendet generell laktosefreie Milchprodukte. „So umgeht man das Problem sehr einfach.“ Wichtig bei einem festlichen Menü: Möglichst viel vorbereiten. „Damit man die gemeinsame Zeit mit der Familie genießen kann“, betonen Marco Barth und Sebastian Rossbach vom Linzer Restaurant „Rossbarth“. Bei der Zusammenstellung der Menüfolge empfehlen sie, auf Ausgewogenheit zwischen Säure und Fett zu achten. „Bei einem Hauptgang mit Gans oder Ente sollte die Vorspeise säurehaltig sein, um das fette Fleisch besser zu verdauen.“