Ein bisserl gatschig sollte der „Schwammkuchen“ innen sein – sonst wäre er ja kein Schwammkuchen.

© Getty Images/iStockphoto/Luiz Henrique Mendes/iStockphoto

Genuss
08/09/2019

Unbedingt einmal probieren: Portugiesischer Schwammkuchen

Die Urlaubsküche Portugals ist zwar nicht so bekannt wie jene anderer Länder. Doch umso mehr Überraschungen hat sie zu bieten. Pão de Ló ist so fluffig wie ein Schwamm.

Stockfisch, Bacalhau. Das ist, woran Portugal-Urlauber denken – und bestellen Stockfisch, Bacalhau. Dabei hat das Land kulinarisch so viel mehr drauf – man denke nur an die unglaublich guten Süßspeisen. Stockfisch-Verbot soll das hier keines sein, aber: „Bacalhau ist nicht gleich Bacalhau, da gibt es Varianten“, verrät Lucinda Vinhó Tavares vom portugiesischen Restaurant „a Barraca“ in Wien. Sie empfiehlt als Alternative zum Beispiel „Bacalhau à Bras“, Stockfisch-Gröstl mit Koriander und Zwiebel. Oder „Migas de Bacalhau“, Stockfisch mit Brotbrei und Paradeisern, geröstet mit Olivenöl. Für das Landesinnere gilt: kein Tag ohne Eintopf. Zum Beispiel „Cozido à portuguesa“. „Dabei werden Fleisch vom Rind, Huhn und Schwein sowie Chouriço (Wurst), Gemüse und Erdäpfel gemeinsam gekocht. Dazu gibt’s Reis und Bohnen sowie reichlich Olivenöl darüber“,erzählt Lucinda Vinhó Tavares.

Viel Zucker, viele Eier

Wer auf Süßes steht, wird Portugal lieben: So viele Desserts und Torten – je mehr Zucker und Eier, desto besser. Zu den Lieblings-Süßies von Lucinda Vinhó Tavares gehören „Pastel de Natas“, Blätterteigtörtchen mit Vanillecreme oder „Arroz doce“, süßer Reis mit Zimt, Vanille oder Orangen.

Für Ina Homeier – sie hat neun Jahre im Norden des Landes gelebt und verkauft portugiesische Spezialitäten in Österreich (gutesausportugal.at) – muss es „Caldo Verde“ sein: „Eine Suppe, die die Portugiesen pausenlos essen. Mit Kohl, Zwiebel, Erdäpfel und Chouriçoscheiben.“ Ihre beiden Kinder, halbe Portugiesen, lieben es kräftig-deftig: Für sie kocht Ina „Arroz de Sangue“ – „Blutreis“. Bevor sich alle gruseln: Zubereitet wird das wie Hühnerrisotto, aber mit dem Blut vom Hendl drin. Danach kommt „Pão de Ló“ auf den Tisch, „Schwammkuchen“: „Ein sehr einfacher Biskuitkuchen, aber nicht trocken, die Kinder lieben ihn!“ (siehe Rezept) – Bom apetite!

Pão de Ló (Schwammkuchen)

Vorbereitung: 15 min    
Zubereitung: 15–20 min
Portionen: für eine Springform mit 20 cm Durchmesser

8 große Eier
100 g Zucker  

50 g Mehl mit 1 TL Backpulver vermischt
Je 1/2 TL Vanille- und Mandelextrakt

- Backrohr auf 225° C vorheizen
- Eier trennen, Eigelbe und Zucker schaumig schlagen Mehl nun portionsweise hineinsieben und gemeinsam mit dem Extrakt vorsichtig unterheben
- Eiklar sehr steif schlagen, 2 bis 3 EL davon in die Eigelbmasse rühren. Rest des Schnees in drei Portionen schrittweise unterheben
- Springform mit gefettetem Backpapier auskleiden
- Teig vorsichtig einfüllen, 15−20 Minuten backen, bis er auf Druck nachgibt und hellbraun ist
- Ein paar Minuten abkühlen lassen,  vorsichtig aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen