Der Gastronom Christian Halper steht hinter dem Tian-Konzept.

© Kurier/Juerg Christandl

Tian
08/28/2015

Christian Halper: Millionär, Esoteriker & Gastronom

Millionär Christian Halper glaubt an die Sterne, das ewige Leben und fleischloses Glück.

von Anita Kattinger

Christian Halper ist vieles: Multimillionär, Gastronom, Vegetarier und Nachrichtentechniker. Der esoterische Querdenker redet lieber leise über Geist und Seele als polternd über die Millionen auf seinem Bankkonto. Sein vegetarischer Gourmet-Tempel Tian in Wien schmückt ein Michelin-Stern – nur vier vegetarische Restaurants weltweit halten sich auf diesem Niveau.

Sein viertes vegetarisches Restaurant, das "Tian Bistro" am Wiener Spittelberg, feiert dieser Tage Eröffnung. Den offiziellen Termin werden ihm die Sterne erst nennen – denn nach seiner Philosophie lässt sich das Leben nur so erklären: "Genauso wenig, wie ich an die Gravitation glauben muss, muss ich an die Astrologie glauben: Sie ist einfach da und die Wirkung kann sich beobachten lassen. Die Astrologie zeigt mir das Fahrzeug, aber ich bin der Fahrer mit meinem eigenen Willen."

Die Sterne oder seine Intuition haben ihn jedenfalls im Jahr 2010 richtig beraten: Bevor sich kritische Medienberichte häufen und die Firma an Glanz verlieren sollte, verkaufte der 41-jährige Hedgefonds-Manager seine Anteile an Superfund um einen geschätzten dreistelligen Millionenbetrag.

Ein Leben ohne Fleisch

Seitdem liegt das Leben als kalt kalkulierende Heuschrecke weit hinter ihm. "Mir ist wichtig, dass sich jene Dinge, die ich als wertvoll für viele empfinde, mehr verbreiten. Wenn ich die Möglichkeit habe, dass ich Gutes für andere tun kann, indem ich an dieser Verbreitung mitwirke, sehe ich das als meine Aufgabe an." Und diese Aufgabe heißt für ihn, die Wiener zu einem vegetarischen Leben zu bekehren.
Seine Liebe zu gutem Essen entdeckte Halper bereits in seiner Kindheit in Essling: In ihrem Garten bauten die alleinerziehende Mutter und die Großeltern Obst, Gemüse und Kräuter an. Die Entscheidung, Vegetarier zu werden, kam erst viele Jahre später. Um die Jahrtausendwende jettete der Manager für Superfund um die Welt, aber gute vegetarische Restaurants fand er damals nur in Zürich. "Trotz Verdauungsschnaps und Espresso nach dem Essen konnte ich nie gut schlafen. Also verzichtete ich immer mehr auf Fleisch und Fisch. Ich glaube, dass unser Körper für vegetarisches Essen viel besser gebaut ist."

Auf Expansionskurs

Dass gutes und gesundes Essen kein Widerspruch ist, wollte sich der ehemalige Investmentbanker nach seinem Ausstieg aus der Finanzwelt selbst beweisen: Er eröffnete den Kärntner "Weissenseerhof" und konzentrierte sich auf den Anbau von Nutzpflanzen. Das Hotel tischt Gemüse und Kräuter aus seiner Bio-Gärtnerei "NaturFair" in Greifenburg auf.
Kurze Zeit später plante Halper mit dem "Tian" (chinesisch für Himmel) in der Wiener Innenstadt ein vegetarisches Restaurant ganz nach seinem Geschmack. Bald folgte die jüngere Linie "Tian Bistro" im Kunsthaus Wien und in München: Neben der aktuellen Neueröffnung plant Halper bereits vier weitere Bistros. "Für den Standort am Spittelberg haben wir die Möbel und den Boden des Vorgänger-Restaurants recycelt. Ich verfolge die Strategie, dass wir auch die nächsten Standorte an die Location anpassen. Erst danach wird sich ein Design-Konzept für die Bistros herauskristallisieren."

Anders als andere Selfmade-Millionäre verzichtet Halper auf teure Autos und Anzüge nach Maß: Als Fahrzeug nimmt er am liebsten seinen Tretroller oder das Fahrrad. Wie viele Millionen auf seinem Bankkonto liegen oder er in seine Projekte investiert, will Halper nicht verraten. Was er unter Luxus versteht? "Dass wir in Wahrheit durch unsere unsterbliche, weise, liebevolle Seele leben, die wir in Wahrheit sind."

Der Selfmade-Millionär wurde 1969 in Wien-Donaustadt geboren. Er wuchs als Sohn einer Alleinerzieherin auf.

Nach dem Studium der Elektrotechnik (Zweig Nachrichtentechnik) an der TU Wien entwickelt er eine Software für Privatanleger, die Börsendaten in einem speziellen Programm verarbeitet. Rund um diese Software gründet er mit Christian Baha den Hedgefonds-Anbieter Superfund. 2010 steigt Halper aus und verkauft seine Anteile um einen kolportierten dreistelligen Millionenbetrag.

In Kärnten besitzt Halper das Bio-Hotel Weissenseerhof und die Bio-Gärntnerei "NaturFair". Neben einem Bistro in München betreibt Halper in Wien zwei vegetarische "Tian"-Bistros und das Haubenrestaurant "Tian".

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