Genuss
13.11.2018

Steffen Henssler plant ein Restaurant in Wien

Der TV-Koch im KURIER-Interview über kulinarische Wettbewerbe und seine Restaurant-Pläne in Wien.

Er duellierte sich vor laufender Kamera mit Prominenten an den Töpfen und fällt immer wieder durch kernige Sager auf. Der Hamburger Steffen Henssler ist einer der bekanntesten TV-Köche, Entertainer – und, was viele nicht wissen, in den USA professionell ausgebildeter Sushi-Meister.

Zuletzt nahm er sich eine Fernseh-Auszeit, nachdem er mit „Schlag den Henssler“ in den Fußstapfen von Stefan Raab nicht erfolgreich war. Mit dem KURIER sprach der 46-Jährige über den ungebrochenen Boom von Kochshows, den Sinn von Pausen und sein geplantes Restaurant in Wien.

KURIER: Herr Henssler, das Interesse an Kochshows ist seit Jahren ungebrochen. Warum sind diese Formate so beliebt?

Steffen Henssler: Ich glaube, Kochshows haben einen sehr hohen Unterhaltungswert, das macht sie so erfolgreich. Köche sind ja meistens lustige Typen, sie müssen führen können und sind Persönlichkeiten. Sie werden auch manchmal lauter, da gibt es auch was zu sehen. Außerdem hat jeder eine Küche daheim, mit Kochen kann sich jeder identifizieren.

Und was macht umgekehrt den Reiz für einen Koch aus, an so einer Show teilzunehmen?

Es muss jeder selbst entscheiden, ob er das machen will. Für mich war es der richtige Schritt – ich will nicht nur kochen, ich will auch unterhalten.

Gibt es Kriterien, an denen man eine Kochshow messen kann?

Wichtig ist, dass man authentisch ist. Ich glaube, das Publikum würde es merken, wenn man eine Rolle spielt. Wir sind ja keine Schauspieler.

Sie sind ja schon länger in dem Geschäft – wie haben sich die Kochshows verändert?

Ich würde sagen, früher ging es stärker darum, tatsächlich Kochen zu vermitteln. Das steht jetzt nicht mehr so im Vordergrund. Derzeit gibt es einen großen Wettkampfcharakter. Da passt es auch, wenn man einmal lauter wird. Wenn dann auch noch eine Jury etwas bewertet, hat das einen hohen Unterhaltungswert.

Kochen ist also zur Nebensache geworden?

Es ist noch immer ganz klar das Vehikel, auf dem alles aufbaut. Ich glaube, das Fernsehen hat da einen anderen Auftrag, man braucht da einen Mehrwert. Wenn du nur am Kochen interessiert bist, gibt es online Tausende YouTube-Kanäle.

Sie waren selbst in verschiedenen Formaten zu sehen. Ist es herausfordernder, eine Sendung alleine zu tragen oder mit Kollegen zusammenzuarbeiten?

Es hat beides seinen Reiz. Grundsätzlich mache ich aber gern mein eigenes Ding und bin nicht so gern in einem Verbund.

Zuletzt haben Sie Küchenutensilien für Aldi/Hofer auf den Markt gebracht. Passt Ihr Image als mehrfach ausgezeichneter Koch und ausgebildeter Sushi-Meister mit jenem eines Diskonters zusammen?

Auf den ersten Blick geht das ja gar nicht zusammen. Dann dachte ich mir: Warum nicht? Wir haben lange an den Produkten getüftelt. Zum Beispiel beim Messer – wie ist es gewichtet, wie ist der Griff gearbeitet. Ich würde meinen Namen nicht hergeben, wenn es minderwertige Qualität ist.

Sie sind kürzlich aus dem Kochshow-Business ausgestiegen. Geht Ihnen das Fernsehen schon ab?

Es ist ja eine selbst gewählte Auszeit. Ein kleines Päuschen tut mal ganz gut. Ich habe auch andere Dinge zu tun, etwa meine Restaurants und neue Projekte. Zudem gibt es ja im nächsten Jahr die neuen Folgen von „Grill den Henssler“.

Was kommt als Nächstes?

Ich kann schon sagen, dass sich Wien bald auf Henssler freuen kann. 2019 wird es was mit einem Restaurant werden.

Zur Person

Der 46-Jährige absolvierte eine Kochlehre. Mit einem Lottogewinn finanzierte er später eine Ausbildung an der Sushi Academy in Los Angeles zum „Professional Sushi Chef“  mit Bestnote. Nach Jahren in Küchen der USA kehrte er nach Hamburg zurück und betreibt heute drei Restaurants, wo er seine Liebe für die kalifornische und japanische Küche kombiniert.  Seit 2005 ist er in verschiedenen TV-Shows zu sehen. Im Oktober wurde bekannt, dass der Privatsender Vox 2019 seine 2017 beendete  Sendung „Grill den Henssler“ wieder aufnimmt.