Genuss
08.06.2018

Star-Koch Bourdain fand Wiener Beisl "fucking awesome"

2009 kam der jetzt verstorbene Anthony Bourdain zum "Wratschko". Das passierte eher zufällig.

Dass Clemens Wratschkos Wiener Beisl  "Wratschko" Teil einer kulinarischen Dokumentation Wiens wird, kam für den Wirt und Koch etwas überraschend. "Einen Tag vorher hat mich das Management angerufen, ob es mich stört, wenn Anthony Bourdain samt Crew vorbeikommt." Offenbar war ein anderer geplanter Termin ins Wasser gefallen. Es hat Wratschko jedenfalls nicht gestört und obwohl die Sendung bereits 2009 ausgestrahlt wurde, merkt Clemens Wratschko bis heute die Folgen davon. "Immer wieder bekomme ich Reservierungsanfragen von den besten Hotels Wiens, weil Gäste bei mir essen wollen."

Kult-Sendung als Reisevorbereitung

Dann weiß er, dass diese vorher ziemlich sicher die Wien Folge von Bourdains TV-Serie "No Reservations" gesehen haben. Die bunten und oft unkonventionellen Streifzüge des berühmten amerikanischen Kochs und Fernsehmoderators durch die Küchen aller Welt genießen bei vielen Kult-Status und dienen oftmals als Reisevorbereitung. Nicht nur für Europäer, die zum Beispiel nach Vietnam reisen. Sondern auch für Amerikaner, die Europa besuchen. Wie berichtet, ist Anthony Bourdain am Freitag tot in einem Hotelzimmer in Frankreich aufgefunden worden, er dürfte Suizid begangen haben.

"Fucking awesome"

Anthony Bourdain galt als "Enfant terrible" der Kochbranche, Clemens Wratschko hat seinen Besuch als angenehm in Erinnerung. Vor allem Innereien interessierten den Amerikaner. Und, sie mundeten ihm, wie auch in der Sendung zu sehen ist. Die Widmung im Gästebuch beweist noch heute, dass sich Bourdain zwischen alter Schank mit Qualtinger-Plakat und den hölzernen Lamperien wohlgefühlt hat. "Fucking Awesome" schrieb er.

Auch Max Stiegl, Chef im Gut Purbach, im burgenländischen Purbach, erinnert sich noch gut an den Besuch von Anthony Bourdain. "Ich werde noch immer darauf angesprochen", sagt er im KURIER-Gespräch. Eigentlich ist es keine Überraschung, dass der Innereien-Fan aus den USA auch ins Burgenland reiste. "Es war ein einmaliges Erlebnis. Schade, dass diese Legende von uns gegangen ist", sagt Stiegl.

Bei Bourdains Besuch stand die Schlachtung eines Lammbocks auf dem Programm. Und da der Küchenchef dafür bekannt ist, praktisch alles seiner Tiere auch in der Küche zu verarbeiten, konnte sich Bourdain an Herz & Nieren und noch einigem mehr delektieren. Laut dem Special des Gourmet-Magazins Falstaff sollen zu später Stunde auch noch Stierhoden aufgetischt worden sein.