Genuss
16.09.2017

Salz & Pfeffer: Mercado

Zeitgenössische Latino-Küche, die schmeckt

Als das „Mercado“ 2013 eröffnete, waren die Kritiker begeistert: Endlich gab es die international gerade absolut angesagte Küche der Kreativköche aus Südamerika auch in Wien zu kosten. Dem „normalen“ Publikum seien die Aromenspiele aus Achiote, Schokolade, Chipotle & Co aber doch etwas zu exotisch gewesen, konstatiert Gastronom Klaus Piber und beschloss, die Idee der zeitgenössischen Latino-Küche jetzt etwas unkomplizierter anzugehen. Und mit Fokussierung auf „Nikkei“, diese peruanisch-japanische Fusionsküche, mit der auch das „Nobu“ auf der ganzen Welt erfolgreich ist. Der Mann, den er dafür fand, könnte geeigneter nicht sein, Javier Vera Alarcon ist 30 Jahre alt, stammt aus Lima, lebt seit sieben Jahren in Österreich, arbeitete sowohl im „Maido“ in Lima, das als bestes Nikkei-Restaurant der Welt gilt, hatte in Wien aber auch schon einen Foodtruck. Diese Mischung kommt im neuen „Mercado“ ganz gut zum Ausdruck, etwa mit einer grandiosen Ceviche „Street Food Style“ mit knusprigen Süßkartoffeln, Koriander und knusprig frittierten Calamari (11,90 €), mit intensiven Grill-Spießchen, etwa vom Oktopus mit Chimichurri und Oliven-Aioli (3,90 €) oder Hühnerstücken in Chili-Soja-Marinade (3,50 €). Sehr Streetfood auch die „Picadillos“, kleine Burger mit entweder knuspriger Fisch-Fülle oder geschmorten Shortribs (4,50, 5,50 €). Und beim „Soul Food“ kommt dann quasi alles zusammen, herrlich etwa das Estofado, 24 Stunden geschmorte, butterweiche Shortribs mit gebratenem, gewürztem Reis, Omelette, Garnelen und furioser Sauce (15,90 €). Die Weinkarte ist nach wie vor Extraklasse.

Mercado,
Wien 1, Stubenring 18,
Tel: 01/512 25 05,
Mo-Fr 12-23, Sa 17-23, So, Fei 17-22,
www.mercado.at

Max.
Küche 27 35
Keller 9 10
Service 14 15
Atmosphäre 13 15
Preis/Wert 17 20
Familie 3 5
83 100

florian.holzer@kurier.at