Genuss
18.04.2018

Millennials wollen kein rohes Fleisch anfassen – Supermarkt reagiert

Die britische Times berichtet, dass Sainbury's eine neue Verpackung für vorgeschnittenes Hühnerfleisch einführen will.

Was hat man den Millennials nicht schon alles nachgesagt? Sie wollen keine Familie gründen, sind konsumfreudig oder wollen möglichst viel Freizeit haben – in Kombination mit einem möglichst hohen Gehalt, versteht sich. Die Generation, die in den 80ern und 90ern geboren wurde, ist in der digitalen Welt und im Medienzeitalter groß geworden. Sie kennen und schauen also auch Koch-Shows, sind mit Jamie Oliver aufgewachsen und gehen gerne essen. Aber rohes Fleisch wollen sie angeblich nicht angreifen, das behauptet zumindest die bekannte britische Supermarkt-Kette Sainbury's.

Britische Medien wie die Times berichten, dass das Unternehmen aus diesem Grund vorgeschnittenes Hühnerfleisch anbieten will. Das ist an sich nichts Neues, allerdings wird das Fleisch in einer speziellen Folie abgepackt, damit die Konsumenten das Fleisch auch nicht für die Weiterverarbeitung aus der Verpackung nehmen muss. Das Fleisch gleitet ohne Hautkontakt vom Sackerl in die Pfanne.

Aber wie kommt Sainbury's überhaupt auf diese Geschäftsidee? Laut einer Unternehmens-Umfrage verspürt die Generation unter 35, wenn sie mit rohem Fleisch hantieren muss, tatsächlich Angst. 37 Prozent würden sogar lieber überhaupt kein rohes Fleisch anfassen. Die Supermarkt-Kette glaubt, dass der im deutschen Sprachraum oft bezeichneten Y-Generation das Wissen fehle, wie man kocht und rohe Zutaten richtig zubereitet. Das habe damit zu tun, dass die Generation zu Hause wenig koche und vermehrt auswärts esse. Auch haben die Millennials Angst vor Bakterien.

Die britische Landwirtschaftskammer zeigt sich über den Umstand erschüttert, dass die jungen Fleischesser sich so weit von ihrem Essen entfernt hätten, dass sie es nicht mehr zubereiten wollen. Zeitgleich würde die stetig wachsende Zahl von Veganern und Vegetariern Druck auf die Fleischindustrie ausüben.