Kult: Das Spezi ist zurück

Spezi
Foto: Almdudler

Das österreichische Unternehmen Almdudler setzt auf die altbekannte Marke Spezi und füllt zwei Geschmacksrichtungen ab.

Das Lieblings-Getränk der Kinder aus den Siebzigern und Achtzigern ist zurück: Spezi. Bekanntlich besteht das Mixgetränk aus Cola und Orangenlimonade und wurde von mehreren deutschen Brauereien hergestellt. Sitz der Firmenzentrale "Spezi Markengetränkeverbands Deutschland e. V." war Augsburg: Die Popularität in den 80ern ist auch damit zu erklären, dass damals die Marke mit Werbung im Fernsehen startete.

Der Name Spezi entwickelte sich in Österreich genauso wie die Bezeichnung Obi zu einem Gattungsbegriff. Wenn die deutsche Originalmarke nicht zur Hand war, mischten heimische Gastronomen und Hüttenwirte einfach Cola mit Fanta oder mit einer beliebigen Orangeade zusammen. Und das war eigentlich auch der Beginn des Cola-Mixgetränkes: Denn die Brauereie Riegele hatte beobachtet, wie Deutsche in Gaststätten Cola und Orangenlimonade mischten und setzte auf ein fertig gemischtes Getränk. So schmeckte Spezi auch immer frisch und nicht nach schalem Cola.

Das Konkurrenzprodukt Mezzo Mix stellte Coca-Cola erst im Jahr 1973 her, dieses wurde aber bald bekannter als das Original. Heute trinken nur die Deutschen, Finnen, Schweizer und die Österreicher Mezzo Mix.

Was das neue Spezi von Almdudler kann

Almdudler hat die österreichische Marke erworben und bringt "jetzt endlich wieder Saft ins Cola". Bei der Kreation der Rezeptur wurden keine künstlichen Aromen, keine Konservierungsmittel und keine Phosphorsäure verwendet. "Wichtig ist uns der natürlich fruchtige Geschmack und daher haben wir ausschließlich echten Orangen- und Zitronenfruchtsaft verwendet." Das Unternehmen setzt auf zwei Varianten: Orange und Zitrone. Übrigens ist die neue Limonade vegan zertifziert und ab sofort im Handel erhältlich.

Warum sich der Kräuterlimonaden-Hersteller Almdudler jetzt an eine Neuauflage wagt: "Auch ein echtes Original muss sich weiterentwickeln und bemerkbar machen. Unser Ziel ist es, das Vertrauen zu behalten und trotzdem zu überraschen und zu begeistern", ist Gerhard Schilling, Geschäftsführer von Almdudler, überzeugt.

Kultige Süßigkeiten aus unserer Kindheit

Jedes Kind hatte in den 70er und 80ern seinen Lieblingsgeschmack: Das österreichische Dreh und Trink feiert diesen Mai sein 40-jähriges Jubiläum. Am liebsten wird Kirsche in Österreich getrunken. Die Firma Klosterquell am Fuße des Schneebergs füllt für die bunten Flascherl österreichisches Gebirgsquellwasser ab. Im englischsprachigen Raum heißt die Marke drink and twist. Lange bevor die Erdnussbutter durch amerikanische Sitcoms hierzulande bekannt wurde, bissen wir in das Swedy: ein Riegel aus Erdnusscreme umhüllt von Schokoglasur. Das rot-grün-goldene Stanniolpapier schaut ziemlich retro aus. Swedy gehört übrigens zu Niemetz! Die Sportgummis durften bei keinem Kino-Besuch oder Stadion-Besuch fehlen. Bereits mehr als 80 Jahre sind die fruchtig-sauren Gelee-Zuckerl alt. Die Marke Egger gehört zur nächsten kultigen Marke: Da möchte noch einer sagen, dass früher die schädliche Wirkung von Tabak nicht bekannt war. Eduard Haas III erfand 1927 PEZ, um Rauchern eine "gesunde" Alternative zu bieten. Daher auch der Spruch: "Rauchen verboten, PEZen erlaubt." Erst in den 50ern erkannte man das Potenzial bei Kindern und entwickelte fruchtige Geschmacksrichtungen und Spender mit Comicfigur-Köpfen. Es gab nur entweder oder oder: Entweder man liebte das Wiener Gebäck oder man hasste den Zuckerschaum in Form von Semmerln und Kipferln. So süß, dass man jedes einzelne Zuckerkorn auf der Zunge spürte. Für das Kaffeekränzchen mit Teddy und Puppe hatte es genau die richtige Größe. Unglaublich, aber wahr: Die Katzenzungen von Küfferle gibt es in Österreich seit 1892. Gut möglich, dass Kaiser Franz Joseph und Sisi sie aus dem Schaufenster kannten. Da sie die Form von Biskotten haben und diese auf Französisch langue-de-chat heißen, bekamen sie den Namen Katzenzungen. Für die ältere Generation gab es nur einen Namen: Manner Stollwerk. Heute heißen sie Manner Karamellen. Sie bestehen aus karamellisierter Kondensmilch. Damals wie heute gibt es sie auch einzeln in den alten Zuckerlgeschäften zu kaufen. Jede Generation merkte sich ihren Preis: 10 Groschen das Stück klingt, als wäre es eine Ewigkeit her. Zum Hause Manner gehört noch ein weiterer Klassiker: Gebrannte Aschantinüsse klingt exotisch, ist aber nur ein anderer Name für Erdnüsse. Manner hüllt sie in knuspriges Karamell. Lange bevor die Kinos auf amerikanisches Eis und amerikanische Schokoriegel umstellten, gehörten die Nüsse zu jedem guten Film. Je Engelhofer - je lieber: Jedes Kind kannte den Spot. Die Wiener Zuckerl durften in keiner Arztpraxis fehlen. Wer es nicht aushielt, lutschte nicht, sondern biss kräftig zu, damit das Fruchtmark herausquoll. Die Orangenlimonade Frucade gibt es seit 1952. Hermes Phettberg verschaffte der kultigen Limonade in den 90ern Aufschwung, indem er fragte: "Eierlikör oder Frucade?". Und natürlich die Schwedenbomben, deren Zukunft dank Heidi Chocolat vorerst gesichert scheint. Die ersten Schwedenbomben entstanden bereits im 19. Jahrhundert in Frankreich! Seit 1929 verkauft die Traditionsfirma Niemetz den süßen Eiweißschaum mit Schoko-Überguss.

(Kurier) Erstellt am
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