Benimm-Kurs für Kinder

© gilbert novy

Kiddyspace
07/30/2013

Lärmende Kinder in Lokalen willkommen

Die Plattform Kiddyspace listet Restaurants auf, wo Kinderlärm gestattet ist.

Sie sind laut, brauchen Platz und essen mit den Fingern: Wer mit seinem Nachwuchs ins Café oder Restaurant geht, wird von Personal und Kundschaft zuweilen schief angeschaut. Deshalb will die neue Plattform "Kiddyspace" explizit kinderfreundliche Lokale in Wien ausfindig machen und mit einem eigenen Gütesiegel auszeichnen. Dafür müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen und eine Art Mitgliedsbeitrag zahlen. Derzeit läuft die Website im Probebetrieb, im November will man mit rund 100 empfohlenen Gastrostätten starten.

"Ich bin mit dieser Idee drei Jahre lang im Kopf schwanger gegangen", erzählt Initiatorin Eva-Maria Akkaya, Unternehmerin im Marketingbereich und alleinerziehende Mutter einer dreijährigen Tochter. Als Mutter habe sie in "vermeintlich kinderfreundlichen Gasthäusern" nicht immer positive Erfahrungen gemacht. "Es geht nicht nur um das Kinderschnitzel auf der Speisekarte", sagt die "Kiddyspace"-Gründerin. Mit ihrer Idee will sie Eltern das Leben leichter machen – oder wie sie es ausdrückt: "Ich mache das nicht, um Geld zu verdienen, sondern um die Welt besser zu machen."

Lokale müssen 120 Euro pro Monat zahlen

120 Euro "Lizenzgebühr" pro Monat müssen jene Lokale zahlen, die auf der Plattform gelistet und dank ihrer Anstrengungen für Kids mit einem Gütesiegel belohnt werden wollen. "Die Lokale werden durch uns ja auch beworben", rechtfertigt sie den Betrag. Die Unternehmerin selbst hat nach eigenen Schätzungen bisher 40.000 bis 50.000 Euro in ihr Projekt investiert. Um in den Genuss eines "Kiddyspace"-Siegels zu kommen, müssen eine Reihe von Kriterien erfüllt werden, die von der Plattform auch kontrolliert werden. Dazu gehören Wickelmöglichkeiten, Hochstühle, Spielecken, freundliches Personal und eine Speisekarte, die so viele Gerichte wie möglich auch in kleinen Portionen anbietet.

Derzeit sind auf der provisorischen Website zehn Lokale gelistet, bis zum Vollausbau im November will Akkaya es auf rund 100 bringen. Dann wird man die Restaurants und Kaffeehäuser auch bewerten und kommentieren können. Sollten User Mängel in empfohlenen Gastrostätten bekritteln, werde man sich mit dem Betrieb in Verbindung setzen und versuchen, eine Lösung zu finden. Im Notfall droht der Entzug des Gütesiegels.

Mittelfristig will Akkaya das Konzept auch auf andere Branchen ausweiten. Möglich also, dass sich bald auch Ärzte, Friseure oder Shops in puncto Kinderfreundlichkeit bewertet werden.

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