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Jackfrucht
01/13/2017

Warum alle über diese Frucht sprechen

Als veganer Fleischersatz sagen Trendforscher der südostasiatischen Frucht eine große Zukunft voraus.

von Anita Kattinger

Im reifen Zustand schmeckt sie süß wie eine Mischung aus Ananas, Banane und Mango, im unreifen Zustand täuscht ihre Konsistenz sogar Fleischessern vor, Pulled Pork zu sein. Mit den entsprechenden Gewürzen erinnern die unreifen Obststücke dann sogar an ein Stück Hendl. Das alles verspricht eine kleine, seltsam aussehende Frucht aus Südostasien: Trendforscher glauben, dass die Jackfrucht künftig wie Lupine, Sojabohnen und Weizengluten das Herz aller Veganer und Flexitarier erobern wird. Kleiner Wermutstropfen: Die Frucht riecht angeschnitten ungewöhnlich, wenn nichts sogar eklig für den europäisch geprägten Geruchssinn.

Das renommierte Wall Street Journal bezeichnete den fruchtigen Alleskönner bereits als "next hot thing". Schließlich wächst der Markt für vegane Ersatzprodukte rasend schnell und die Lebensmittelindustrie lechzt nach Tofu-Alternativen, die sich zu Würstel, Steaks und Fleischlaibchen formen lassen. Die US-Firma Upton's bietet bereits zahlreiche Speisen wie BBQ- oder Thaicurry mit dem Obst an.

Grüne Frucht mit Noppen

Die Brotfrucht des kleinen Mannes – ein Baum kann eine Familie das ganze Jahr ernähren – zählt zur Familie der Maulbeergewächsen und kommt ursprünglich aus den Regenwäldern Sumatras und Indiens, ist aber mittlerweile in ganz Südoastasien beheimatet. Die Tamilen in Indien glauben daran, dass die Frucht Glück verheißt, im indischen Kerala gilt sie als Landesfrucht.

Viele Thailand-Urlauber kennen die kleinen, grünen Früchte mit Noppen an der Seite von Straßenverkäufern, die oft kleine Schälchen zum Händewaschen anbieten, da das Fruchtfleisch extrem klebrig ist. Der Name leitet sich übrigens vom malaysischen Wort "chakka“ ab, das wiederum vom Sanskritwort "chakra" abgeleitet wurde und "rund" bedeutet.

Die Früchte können bis zu einem Meter groß werden und bis zu 25 Kilogramm auf die Waage bringen. In der Regenzeit von Juli bis August reift die Jakobsfrucht, wie die Jackfrucht auch genannt wird, direkt am Baumstamm. Auf 100 g Jackfrucht (95 Kalorien) entfallen 72 g Wasser, 1,5 g Eiweiß, 0,3 g Fett und 24 g Kohlenhydrate.

In Indien wird die Frucht zu Mehl vermahlen

Bei der festfleischigen Variante muss die Frucht zuerst mit einem Messer geschält und dann in zwei Hälften gerissen werden. Dann werden zahlreiche Kammern sichtbar, die mit dem gelben Fruchtfleisch gefüllt sind. Nur rund ein Drittel der Frucht lässt sich kulinarisch verwerten.

Neben ihrem Einsatz wie Gemüse in Currys werden die Fruchtstücke oft getrocknet als Chips angeboten oder eingelegt, in Indien wird das Fruchtfleisch sogar zu Mehl verarbeitet – dieses wird oft für die dünnen, kunsprigen Fladenbrote namens Papadam verwendet. Die großen Kerne im Inneren der Frucht können wie Kürbiskerne geröstet werden, schmecken allerdings eher wie Maroni.

Die Reife erkennt man am Duft, und wenn sie auf Fingerdruck nachgibt. Wer Appetit auf die exotische Frucht bekomment hat: In Europa werden oft Preise in der Höhe von 50 Euro für zwei Kilogramm verlangt, billiger gibt es den veganen Fleischersatz in der Dose in Asia-Shops (rund 10 Euro pro Kilogramm) zu haben.