Eine Limonade aus Enzian: Schmeckt das?

Gebirgsenzian
Foto: dapd/Kerstin Joensson Die heimischen Enzianwurzeln werden von Hand jenseits der Baumgrenze gestochen.

Ein Salzburger Tonikum aus Enzianwurzeln macht Almdudler Konkurrenz.

Blau, blau, blau blüht der Enzian – Heino hatte zwar mit seinem Text recht, aber Schnapsflaschen mit Bildern von den hübschen blauen Blumen trügen den Betrachter. Denn es gibt auch den Gelben Enzian, aus dessen Wurzeln der bekannte Enzianschnaps eigentlich gebrannt wird. Die Salzburger Produzenten Eva-Maria und Walter Trausner von der Genuss Werkstatt haben sich nun der geheimnisvollen Wurzel gewidmet und ein alkoholfreies Tonikum namens "Enzo" aus dem Alpenkraut gebraut. In der Nase erinnert der Trunk an Almdudler, am Gaumen besticht dieser hingegen durch feine, bittere, erfrischend fruchtige und zitronige Aromen. Und schmeckt.

Gebirgsenzian Foto: dapd/Kerstin Joensson Die Manufaktur möchte durch die Verwendung heimischer Ressourcen einen Kontrapunkt zu anderen Limonadenherstellern setzen, die auf Essenzen aus weiter Ferne zurückgreifen. Der unter Naturschutz stehende Enzian muss schonend geerntet werden, damit eine nachhaltige Vermehrung und eine neuerliche Ernte nach zehn Jahren möglich ist: Die heimischen Wurzeln werden von Hand jenseits der Baumgrenze gestochen, zu Sirup eingekocht und dieser mit Alpenwasser verdünnt.

Enzo Foto: Enzo In südlichen Regionen wie Portugal oder Sizilien ist die Pflanze laut WWF bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Bereits 300 v. Chr. vertraute der illyrische Kaiser Gentius auf die anregende Wirkung – daher der lateinische Name "Gentiana lutea". Die Pflanze ist reich an Zucker und Bitterstoffen, die als verdauungsanregend gelten.

Das Ehepaar Trausner vermarktet ihre Erfindung "Back to the roots: hergestellt in den Alpen, von und für geerdete Menschen" mit einer Retro-Optik in Himmelblau. In Wien wird das Getränk derzeit im Schwarzen Kameel ausgeschenkt.

Diese Hipster-Getränke müssen Sie kennen

Omi's Apfelstrudel
Erst seit sechs Monaten am Markt und schon in den Supermärkten zu finden: Den österreichischen natürtrüben Apfelsaft, der tatsächlich wie flüssiger Apfelstrudel schmeckt, erfand der Steirer Fred Kendlbacher. Die Sommermischung: Omi's Apfelstrudel mit Sekt aufspritzen. Chari Tea
Ein Hamburger Start-up-Unternehmen entwickelte mit Chari Tea einen Bio-Tee, der ausschließlich aus fair gehandelten Rohstoffen hergestellt wird. Die Zutaten stammen von Plantagen in Sri Lanka und Südafrika, die mit den Geldern Gesundheits- und Bildungsprojekte unterstützen. Brauhaus Gusswerk
Auffällig viele Trend-Lokale wie das Kussmaul setzen auf Prozentiges vom Brauhaus Gusswerk. Seit 2007 stellt die Salzburger Brauerei feine Bio-Spezialbiere her und fällt oft mit kreativen Etiketten auf. Braumeister Reinhold Barta braut ohne synthetische Hilfsmittel. Bionade
Die gesunde Bio-Alternative zu Limonaden wurde 1990 in das deutsche Markenregister eingetragen. Ursprünglich stand Bio nur für das Weglassen chemischer Zusätze, später setzte man tatsächlich auf Bio-Rohstoffe. Beliebte Bionaden-Sorten, die häufig in Wien anzutreffen sind: Litschi, Ingwer-Orange und Cola. Das Unternehmen hat unter anderem eine Partnerschaft mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Makava
Seit 2006/2007 am österreichischen Markt darf Makava in keinem Hipster-Lokal mehr fehlen: Die Hauptzutat ist der koffeinhaltige Mate-Tee, der mit österreichischem Wasser aufgegossen und mit Rübenzucker, Holunder- und Zitronensaft gesüßt wird. Jene Zutaten, die regional verfügbar sind, werden regional eingekauft: So stammt zum Beispiel der Rübenzucker aus Österreich. All I need
Das österreichische Tee-Getränk All I need besteht aus Sencha-Grüntee, Acai- und Aronia-Beeren. Gesüßt wird mit Agavensaft. Die Erdfinder Thomas Miksits und Alexander Jiresch unterstützen kleine, lokale Bio-Produzenten: Zudem finanziert jede verkaufte Palette für einen Monat den Schulbesuch eines Kindes aus jenen Ländern aus denen die Rohstoffe stammen (wie China). Fritz Cola
Das Ziel des deutschen Getränke-Unternehmens war, ein besseres Cola zu entwickeln als der Platzhirsch. Das Rezept? Viel Koffein, ein bisschen Zitrone und weniger Zucker. In Deutschland wurde 2003 das erste Mal Fritz Cola getrunken, in Österreich 2006. Neben Cola gibt es auch andere Geschmacksrichtungen. Das Unternehmen setzt auf Mehrwegflaschen und versucht Abfall zu vermeiden (Wiederverwendung von Kisten), zudem unterstützt das Unternehmen ein mobiles Musikprojekt mit Jugendlichen. Club Mate
Dieser Tee regt an ohne aufzuregen: Beim Club Mate handelt es sich um eine aufputschende Kombi aus Koffein und Gerbstoffen. Der südamerikanische Mate-Strauch gehört zur Familie der Stechpalmen, deren anregende Wirkung bereits seit Jahrhunderten den Indios bekannt ist. Wörtlich übersetzt heißt Mate eigentlich "Kürbis". Nixe
Das erste österreichische Low-Carb-Bier: Das Bier namens Nixe hat 75 Prozent weniger Kohlenhydrate und 30 Prozent weniger Kalorien als herkömmliche Biere. Seit diesem Sommer gibt es auch einen Radler mit Saft aus sizilianischen Bio-Zitronen. Vitamin Water
Seit heuer gibt es die bunten amerikanischen Wässerchen namens Vitamin Water auch in Österreich. Neue Lokale wie das Mr & Mrs. Smith bieten die funktionellen Getränke mit zugesetzen Vitaminen an. Wie gesund diese wirklich sind, hat sich unser Gesundheits-Ressort angesehen. Frucade
Der Klassiker unserer Kindheit ist heute hipper denn je: Seit 1952 fehlt in keinem Wirtshaus die österreichische Orangen-Limonade Frucade. Im Gegensatz zur deutschen Version besteht die österreichische aus 10 Prozent Saftanteil aus Orangenfruchtkonzentrat.

(Kurier) Erstellt am
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