Chanukka
12/17/2014

Genuss-Trend: Koscher light

Heute beginnen die Chanukka-Feierlichkeiten: Die jüdische Küche zwischen Tradition und Zeitgeist.

von Daniela Davidovits, Anita Kattinger

Lange bevor die Österreicher mit Falafel, Bagel oder Pastrami Bekanntschaft machten, verkörperte die jüdische Küche in den USA den "healthy lifestyle". Jenseits des Atlantiks setzen koschere Lebensmittel einen Kontrapunkt zur Massentierhaltung und zu Fastfood – eine Nische, die hierzulande die Bio-Landwirtschaft besetzt. Auch nicht-religiöse Konsumenten leben den Koscher-Style und kaufen in kleinen jüdischen Läden ein. Und so manche coole, koschere Marke wie "Ben & Jerry’s" findet dank des Trends sogar den Weg nach Europa. Auf der Liste koscherer Produkte in österreichischen Supermärkten stehen Namen wie Kelly’s, Darbo und Barilla. (Der Artikel geht unter der Bildergalerie weiter.)

Jüdische Klassiker

Kosher for . . . Ausstellung im Jüdischen Museum…

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Orientalischer Einfluss

An Festtagen wie Chanukka, dessen Feierlichkeiten gestern Abend begannen, sitzen Familien an reich gedeckten Tafeln zusammen: Als Erinnerung an ein Kännchen Öl, das wie durch ein Wunder im Tempel von Jerusalem acht Tage lang Licht gab, werden Krapfen und Kartoffelpuffer gegessen.

Die Judaistin und Gastrosophin Michal Typolt-Meczes sieht die Neugierde wachsen: "Speisen reflektieren Identitäten. Die jüdische Küche ist geprägt von lokalen Traditionen. Die Menschen picken sich Aspekte der jüdischen Küche heraus und leben koscher light." Die Gründung des Staates Israel hatte einen orientalischen Einfluss auf die Speisen – ein kulinarischer Kreislauf rund um die Welt setzte ein. Typische Speisen wie Falafel kamen dadurch von Israel nach Europa. "Die jüdische Küche gibt es gar nicht. Heute ist sie eine Fusionsküche."

Gesetze

Die jüdischen Speisegesetze (Kaschrut) haben an hohen Feiertagen, wie zu Pessach oder Chanukka, eine besondere Bedeutung. Die Kaschrut unterteilt Speisen und Lebensmittel in drei Kategorien: fleischig, milchig und neutral (parve).

Im Mittelpunkt steht die Trennung von Milchigem und Fleischigem. In der Bibel heißt es: "Koche nicht ein Böcklein in der Milch seiner Mutter". Zudem darf nur Fleisch von wiederkäuenden Paarhufern (Kühe, Schafe und Ziegen), bestimmten Vögeln und Fischen, die Flossen und Schuppen haben, gegessen werden. Ein spezieller Schächtschnitt ermöglicht das Ausbluten der Tiere.

Esskultur

Das Jüdische Museum in Wien beleuchtet bis 8. März mit der Ausstellung "Kosher for ..." die kulinarische Geschichte des Judentums. Anhand von acht Fragen erklären die Kuratoren Dan Fischman, Typolt-Meczes und Hannes Etzelstorfer die Lebenspraxis und wie sie in Wien umgesetzt wurde. Typolt-Meczes: "Die Generation vor dem Zweiten Weltkrieg ging selbstverständlich zum Würstelstand. Danach fand unter den Jungen ein Umdenkprozess statt: Die jüdische Küche wurde hip."

Tipp: Veranstaltungen im Jüdischen Museum: "Kerzenzünden zu Chanukka" am 17. 12., 17.30 Uhr, "Weihnachtsferienspiel: Alles koscher, oder?" am 24. 12.,11.00 Uhr bis 13 Uhr oder am 25. und 26. 12., 14 bis 16 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung unter www.jmw.at

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