Genuss
31.08.2018

Avocados essen: Im Auftrag der Wissenschaft

Mehrere Universitäten in den USA suchen aktuell Probanden für ein Avocado-Experiment.

Können Avocados beim Abnehmen helfen? Dieser Frage wollen US-Forscher im Zuge einer Studie nachgehen. Dafür benötigen sie rund 1.000 Freiwillige, die - wie könnte es anders sein - Avocados essen. Das berichtet der Independent.

Jeweils 250 Teilnehmer müssen die Wissenschaftler der Loma Linda University, Penn State University, Tufts University und der University of California rekrutieren. Diese werden zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt. In der einen sind die Testpersonen dazu angehalten, sechs Monate lang eine Avocado täglich zu essen. In der anderen ist der Avocado-Konsum auf zwei Butterfrüchte pro Monat limitiert. Ziel ist, herauszufinden, ob Avocados Viszeralfett am Bauch reduzieren können.

Die überschüssigen Fettpolster, die sich rund um die Bauchorgane ablagern, stehen seit geraumer Zeit unter Verdacht, die Entstehung von Bluthochdruck oder Diabetes mellitus zu fördern. Zu den zahlreichen Botenstoffen, die das Bauchfett freisetzt, gehören solche, die sich unter anderem auf den Blutdruck auswirken, die Freisetzung des Hormons Insulin beeinflussen und Entzündungen auslösen können. Ein Übermaß dieser Substanzen kann sich dann – so die Annahme – negativ auswirken. So ließe sich erklären, warum Bauchfett Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes begünstigt, die sogar in einem lebensbedrohlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall münden können.

Avocados in aller Munde

Avocados sind am Markt seit geraumer Zeit enorm gefragt. In der Gastronomie ist die Frucht von Frühstückstellern nicht mehr wegzudenken, privat wird die Avocado gerne kunstvoll drapiert und via Instagram geteilt.

Beliebt ist die Avocado auch aufgrund ihrer gesunden Inhaltsstoffe. Eine Avocado am Tag ist gut fürs Herz und hilft dank ungesättigter Fettsäuren, den Cholesterinspiegel zu verbessern, insbesondere bei übergewichtigen und fettleibigen Menschen. Das ging 2015 aus einer Studie im Fachmagazin Journal of the American Heart Association hervor. Eine weitere Studie der Ohio State University zeigte, dass Avocados die Aufnahme von Beta-Carotin aus anderen Gemüsesorten vervielfachen. Außerdem unterstützen sie den Körper beim Umwandeln des Inhaltsstoffes in Vitamin A.

Doch das gesunde Potenzial der Frucht ist trügerisch: Avocados liefern immerhin 200 Kalorien pro 100 Gramm bei einem Fettgehalt von ca. 30 Prozent (15g/100g). Hauptfettquelle ist die enthaltene Ölsäure.

Der Hype um die Butterfrucht hat auch drastische ökologische Folgen: Im weltgrößten Anbauland Mexiko führt der Boom zur illegalen Abholzung von Wäldern. Umweltschützer warnen vor den Folgen für Ökosystem und Sozialgefüge (mehr dazu hier).