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freizeit
06/29/2021

Warum warten wir mit dem Tanken so oft bis zum letzten Tropfen?

Fragen der Freizeit ... und Antworten, die Sie überraschen werden

von Andreas Bovelino

"Sollten wir nicht?“, sagt die Liebste am Beifahrersitz vorsichtig, als das blaue Hinweisschild am Ausfahrtstreifen der Autobahn langsam an uns vorbeizieht. Der Fuß geht für den Bruchteil einer Sekunde vom Gaspedal, ein kurzer Blick checkt die Armaturen, die bereits gefahrenen werden gegen die noch zu fahrenden Kilometer abgewogen. „Das geht sich aus Schatz, keine Sorge.“

Aber tut es das wirklich? „Alleine in Wien, Niederösterreich und Burgenland rücken wir gut 3.000 Mal im Jahr aus, weil jemandem das Benzin ausgegangen ist“, erklärt Gerhard Samek, der Experte vom ÖAMTC.

Warum fährt man also nicht einfach raus und tankt, wenn Tanknadel oder Bordcomputer es als ratsam erscheinen lassen? Die Gefahren sind vielfältig. Zum einen ist es, wie Generationen von Altvorderen erklären, für den Motor ganz schlimm, wenn man den Tank völlig leer fährt. Zum anderen handelt es sich, wenn man auf der Autobahn liegen bleibt, tatsächlich um kein Kavaliersdelikt, sondern kann zu einer Polizeistrafe von bis zu 70 Euro führen. Die größte Gefahr sitzt aber auf dem Beifahrersitz und sagt anklagend: „Ich hab’s dir doch gesagt!“

Und genau hier hakt der deutsche Psychologe Marcus Roth ein: Ein kleiner Teil der Bevölkerung braucht den Nervenkitzel. Unter diesen sogenannten Sensation Seekern vermutet man gemeinhin Menschen, die sich an Gummischnüren von Brücken pracken oder mit dem Mountainbike über senkrechte Wände ins Tal donnern. „Irrtum“, sagt nun Professor Roth. „Es geht darum, OB man dieses Gefühl, dass das Herz schneller schlägt, sucht, weil damit ein Glücksgefühl erzeugt wird. WIE es dazu kommt, ist individuell völlig verschieden. Das kann auch beim Briefmarkensammeln passieren.“ Oder eben beim stillen Kampf gegen die Tanknadel. Mit dem potenziellen Zorn vom Beifahrersitz als Extra-Herzschlagbeschleuniger. Was mich dann irgendwie zum Wilden Hund macht, auch wenn ich im Schwimmbad nicht einmal vom 3-m-Brett springe...

Der ÖAMTC wartet übrigens mit noch einer erstaunlichen Zahl auf: 6.000 Mal pro Jahr muss ausgerückt werden, weil jemand den falschen Sprit, also Diesel statt Benzin oder umgekehrt, tankt. Aber das ist dann wohl eine Geschichte, die wirklich nichts mit Sensation Seeking zu tun hat.

Hier schreiben Autoren und Redakteure abwechselnd über Dinge, die uns alle im Alltag beschäftigen.

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