© Alexander TUMA/picturedesk.com

freizeit
06/08/2019

Späte Väter: Mit 61 noch ein Kind? Richard Lugner hat es gewagt

Der Baumeister war 61 als sein viertes Kind Jaqueline zur Welt gekommen ist. Wie es ihm damit ging und was seine Ängste waren.

von Barbara Reiter

Eine Leidenschaft teilen Unternehmer Richard Lugner, 86, und seine Tochter Jacqueline, 24, nicht: Die Liebe zur Öffentlichkeit! Seit ihrer Trennung von Künstler-Manager Helmut Werner 2016, ist Jackie, wie Lugner seine Tochter liebevoll nennt, praktisch wie vom Erdboden verschluckt. Still und leise managt sie als  Prokuristin das Kino im Einkaufstempel des Vaters. Über die Beziehung, in der laut Papa Lugner vorwiegend Harmonie herrscht, spricht also nur der Baumeister. Lugner ist 62, als sein jüngstes Kind 1994 zur Welt kommt. „Ich war das erste Mal bei einer Geburt dabei. Dieses Erlebnis verbindet. Ich habe mich mit meiner Tochter immer gut verstanden.“

Den Grundstein dafür legt der umtriebige Geschäfts- und Society-Mann selbst. „Ich habe meine Tochter unter der Woche zwar selten gesehen, aber das Wochenende hat nur uns beiden gehört. Die Jackie ist gerne auf meinen Schultern gesessen. Am Samstag sind wir immer in die Lugner-City gefahren und haben den ganzen Tag zusammen verbracht. Den Sonntag zuhause auch.“ Dass er schon über 60 ist als Jacqueline geboren wird, steckt Lugner körperlich locker weg. „Es liegt in meinem Naturell, dass mich nichts anstrengt. Selbst mit 86. Mir bleibt inzwischen beim Gehen zwar ein bissel die Luft weg, sonst fehlt mir nichts.“ Zum Nachdenken bringt ihn die Tatsache, dass er Opa der eigenen Tochter sein könnte, aber schon.

Lugner selbst verliert seinen Vater nämlich als Zehnjähriger im Zweiten Weltkrieg. „Ein einschneidendes Erlebnis, weil ich vaterorientiert war. Als Jackie zur Welt kam, habe ich ja nicht gewusst, ob ich überhaupt 70 werde und sie begleiten kann bis sie erwachsen ist.  Das war meine größte Angst.“
Lugner ist Vater von insgesamt vier Kindern. Seine Söhne Alexander, 55, und Andreas, 52, sind beide im Baugeschäft tätig und stammen aus erster Ehe. „Als sie klein waren, war mein Büro noch über eine Wendeltreppe mit unserer Wohnung verbunden. Da war es leichter, die Buben auch unter der Woche zu sehen. Ich bin um 18 Uhr rauf in die Wohnung, habe mit ihnen gespielt und bin nach den Nachrichten wieder runter ins Büro.“

Weniger Kontakt hat er zur unehelichen Tochter Nadine, 35, die als Rechtsanwältin in Las Vegas lebt. Mit ihrer Mutter, der ehemaligen österreichischen Schauspielerin Sonja Jeannine, 63, war Lugner einige Zeit liiert. Seine Kinder kennen die Stiefschwester. Jackie hat Nadine vergangenen  Herbst erstmals in den USA besucht. „Das war mir wichtig“, erzählt Lugner. „Nadine hat mich übrigens im September zum vierten Mal zum Großvater gemacht.“ Das erinnert Lugner an den zweiten Nachteil einer späten Vaterschaft. „Ich habe Enkelkinder, die im gleichen Alter wie die Jackie sind. Da hat man zu den Enkeln weniger Kontakt.“ Fazit des über die Grenzen Österreichs hinweg bekannten Mannes: „Ich würde niemandem von einer späten Vaterschaft abraten, aber: Solange Kinder jung sind, sind sie immer toll. Wenn sie größer werden, machen sie auch Probleme.“

Mit 61 nochmal Papa Richard Lugner wurde 1932 in Wien geboren. Der 86-Jährige hat vier Kinder: die Söhne Alexander, 55, und Andreas, 52, aus erster Ehe, die uneheliche Nadine, 35, und Jacqueline, 25, aus zweiter Ehe. Zum Zeitpunkt ihrer Geburt war Lugner 61 Jahre alt. Seine einzige Angst im Bezug auf die späte Vaterschaft: „Dass ich sie nicht ins Erwachsenen-Alter begleiten kann. Aber das habe ich geschafft.“